Montag, 2. August 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. Juni 2020

Urteil: Frauen haben Anspruch auf paarige Brustrekonstruktion

In Folge von Brustkrebs werden Brüste oft mit Implantaten wieder aufgebaut. Wird eine Brust rekonstruiert, muss die andere ebenfalls angepasst werden. Gilt das auch bei späteren Komplikationen?
Ist bei einer Frau wegen Brustkrebs eine Brustrekonstruktion nötig, muss auch die andere Brust symmetrisch angepasst werden. Dies gilt auch, wenn zu einem späteren Zeitpunkt wegen eines Sturzes ein Implantat beschädigt wird. Das geht aus einem Urteil des Sozialgerichts Düsseldorf hervor (Az.: S 8 KR 392/18), auf das die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

In dem Fall hatte eine Frau gegen ihre gesetzliche Krankenkasse geklagt. Sie war 2007 wegen Brustkrebs an ihrer rechten Brust operiert worden. Die Brust wurde rekonstruiert - und auch die linke Brust entsprechend angepasst.

In Folge eines Sturzes Jahre später trat aus einem Implantat Silikonöl aus. Die Frau beantragte die Übernahme der Kosten für den Wechsel der Implantate beider Brüste. Der Krankenkasse bewilligte die Entfernung beider Implantate zwar, wollte aber nur die Rekonstruktion der rechten Brust mit neuem Implantat bezahlen. Für die simultane Rekonstruktion der linken Brust würden keine Kosten übernommen.

Dagegen wehrte sich die Frau - mit Erfolg. Bei dem chirurgischen Wiederaufbau einer Brust nach einer Krebsoperation müsse die Brust insgesamt als ein paariges Organ wiederhergestellt werden, stellte das Sozialgericht klar. Dazu gehöre auch der Erhalt der Symmetrie - unter anderem, weil dadurch ungleichmäßige Belastungen verhindert würden. Die Krankenkasse muss entsprechend auch die erneute Rekonstruktion der linken Brust bezahlen.

Quelle: dpa


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Urteil: Frauen haben Anspruch auf paarige Brustrekonstruktion"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose