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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. Juni 2013

UN-Experte: Deutschland kann im Anti-Drogen-Kampf noch mehr helfen

Deutschland kann im Anti-Drogen-Kampf aus Expertensicht für viele Länder Vorbild sein. Das Land sollte sich aber stärker einbringen, findet der oberste Drogenbekämpfer der UN. Er hat eine Wunschliste.

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Im internationalen Kampf gegen Drogen kann Deutschland aus Sicht des UN-Drogenbeauftragten Juri Fedotow noch mehr leisten. So habe er jüngst mit Vertretern der Bundesregierung etwa über Modelle gesprochen, mit denen Bauern alternative Anbaukonzepte für Kaffee, Kakao oder andere Pflanzen anstelle etwa von Koka nahegebracht werden sollten, sagte Fedotow im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Das könnte eine gute Lösung sein für viele Länder, die Drogen anbauen und produzieren."

Wichtig sei, den Betroffenen eine sichere Lebensgrundlage zu ermöglichen. "Der Punkt ist nicht nur, Düngemittel zu verteilen oder Kampagnen zu machen. Ihnen muss auch geholfen werden, nachhaltige Märkte für ihre Produkte sicherzustellen", sagte Fedotow. Deutschland könne dabei etwa mit Beratern und beim Aufbau neuer Märkte helfen. Das schließe ein, dass Deutschland in Zukunft solche Produkte kaufe.

"Wir arbeiten mit Deutschland sehr eng zusammen", sagte der oberste Drogenbekämpfer der Vereinten Nationen. Deutschland sei sowohl in politischer Hinsicht ein wichtiger Partner, als auch finanziell. In den vergangenen zwölf Jahren habe die Bundesrepublik die Arbeit der UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit 65 Millionen Dollar (rund 49 Mio. Euro) unterstützt.

"Einige der deutschen Erfahrungen können anderswo sehr hilfreich sein", sagte Fedotow. Er lobte vor allem den deutschen Ansatz, bei der Bekämpfung von Drogen nicht nur die Angebotsseite zu betrachten, sondern auch die Nachfrage. Bei Verfahren zur Rehabilitation und Integration von Drogenkonsumenten, beim Umgang mit Menschen, die durch Drogenspritzen beispielsweise an Aids erkrankt sind, oder auch bei der Prävention könnten sich andere Länder etwas abgucken.

Dies gelte vor allem für fortschrittlichere Länder in Osteuropa und Zentralasien. "Das sind mögliche Einsatzgebiete, wo wir mit Deutschland zusammenarbeiten und mehr Unterstützung aus Deutschland gebrauchen können", sagte Fedotow.

Ein weiterer Aspekt sei die Gewalt, die aus dem Drogenhandel hervorgehe. Diese sei vor allem in Ländern etwa in Lateinamerika groß, in denen Produktion und Verbrauch von Kokain zurückgingen. "Das führt dazu, dass diese Gruppen immer aggressiver um kleiner werdende Märkte kämpfen", sagte der UNODC-Direktor. "Unschuldige Menschen leiden darunter. Wir müssen mehr tun in diesen Regionen."

Viel komplizierter sehe die Sache in Afghanistan aus, wo bis zu 90% aller Opium- und Heroin-Vorkommen in der Welt produziert werden. "Sie versuchen zwar, etwas zu ändern. Aber da muss noch viel mehr passieren." Nach dem Truppenabzug im kommenden Jahr müssten die UN mehr Verantwortung bei der Hilfe für die afghanische Regierung übernehmen. "Wir brauchen auch mehr Unterstützung von Ländern wie Deutschland, Afghanistan zu helfen und die Regierung zu ermutigen, dass Drogenbekämpfung eines der Hauptthemen sein muss."


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