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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
09. März 2017
Seite 1/2

Krankheiten mit Ultraschallkontrastmitteln auf der Spur

Lebererkrankungen entdecken und Traumaschäden an inneren Organen nachweisen – das machen Ultraschalluntersuchungen besonders gut möglich, wenn Kontrastmittel  zum Einsatz kommen. Jedoch ist EU-weit keines der derzeit verfügbaren Ultraschallkontrastmittel für die Anwendung bei Kindern zugelassen. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) sollte diese Versorgungslücke so rasch wie möglich geschlossen werden.
In den USA ist eines der Ultraschallkontrastmittel für Kinder bereits zugelassen. Das werten die Ultraschall-Mediziner als wichtiges Signal: „Die US-Zulassung ist ein Meilenstein für die Kontrastmittelsonografie und auch eine Antwort auf die steigende Strahlenbelastung durch CT-Untersuchungen. Zudem lassen sich mit diesen Kontrastmitteln die recht häufigen Nebenwirkungen an Niere und Schilddrüse, die durch den Einsatz von CT-Kontrastmittel entstehen können, vermeiden“, so der ehemalige DEGUM-Präsident Privatdozent Dr. med. Karlheinz Seitz aus Sigmaringen. Auch die lange als recht unbedenklich geltenden Kontrastmittel bei der strahlenfreien MRT würden jetzt für negative Schlagzeilen sorgen: So seien diese Kontrastmittel bei schweren Nierenschäden nicht einsetzbar und das ferromagnetische Element Gadolinium würde langfristig im Gehirn deponiert  – mit nicht bekannten Auswirkungen. Der Vorteil an Ultraschallkontrastmitteln: Hier existieren keine Nebenwirkungen, so dass sie sogar bei Schwangeren eingesetzt werden können. Auch allergische Reaktionen treten nur sehr selten auf.

Das Besondere an den Ultraschallkontrastmitteln: Sie beinhalten sehr kleine Gasbläschen, die selbst die feinsten Kapillaren durchströmen, weil die Bläschengröße etwa den roten Blutkörperchen entspricht. Die Sonografie mit Ultraschallkontrastmitteln ermöglicht so eine detaillierte Darstellung der Blutgefäße mit höherer zeitlicher und örtlicher Auflösung als beim CT und beim MRT. Zudem sind hier viel geringere Kontrastmittel-Mengen notwendig: So werden beim Ultraschall-Kontrastmittel oft weniger als 2,4 Milliliter eingesetzt, während beispielsweise beim CT 50 bis 150 Milliliter benötigt werden. Die winzige Gasmenge, die in den Bläschen der Ultraschallkontrastmittel enthalten ist, wird bereits etwa 15 Minuten nach der Untersuchung unverändert über die Lunge abgeatmet.  
 
„Wir setzen den Kontrastmittelultraschall immer dann ein, wenn es darum geht, festzustellen, wie gut oder schlecht ein Bereich im Körper durchblutet ist“, erklärt Professor Dr. med. Deike Strobel vom Universitätsklinikum Erlangen, Internistin und Expertin für die Kontrastmittelsonografie bei Erkrankungen des Bauchraums. In der Unterscheidung von gut-oder bösartigen Tumoren in der Leber ist der Kontrastmittelultraschall die Bildgebung Nummer 1, da er besonders  treffsicher und kosteneffektiv ist.
 
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