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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
14. August 2015

Trotz Hitzewelle: Noch verzichtet die Mehrheit der Deutschen auf Klimaanlagen

In Deutschland nutzen lediglich rund drei Prozent der Haushalte eine Klimaanlage. Die überwiegende Mehrheit hält eine Klimaanlage bislang für nicht notwendig, viele lehnen sie aus Umweltgründen ab.

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Dies hat eine Befragung des ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung ergeben. Damit liegen erstmals Zahlen über die Verbreitung und Nutzung von Klimaanlangen in privaten Haushalten in Deutschland vor. Danach ist allerdings von einem Anstieg der Nutzung von Klimaanlagen in den kommenden fünf Jahren auszugehen.

Anders als in Südeuropa oder den USA sind Klimaanlagen in Deutschland bislang kaum verbreitet. Nur rund drei Prozent der 10.050 befragten Haushalte nutzen im Sommer eine Anlage zur Kühlung der Wohnräume, die meisten davon in Großstädten. Überdurchschnittlich verbreitet sind Klimaanlagen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Beliebt sind vor allem mobile Geräte, wie sie im Baumarkt erhältlich sind. Sie machen fast 60 Prozent aller Anlagen aus. Die Nutzerinnen und Nutzer sind überwiegend jüngeren und mittleren Alters. Meist sind es Familienhaushalte mit drei Personen und mehr. Haushalte mit gehobenem Einkommen sind überdurchschnittlich vertreten, auch die Wohnfläche dieser Haushalte ist überdurchschnittlich groß. Meist handelt es sich dabei um Wohneigentum.

Die Ergebnisse der Befragung fließen in ein Modell zur Abschätzung des künftigen Energieverbrauchs ein. Dieser wird in einem Forschungsprojekt unter der Leitung des Öko-Instituts Freiburg derzeit ermittelt. Das Projekt "Einbindung des Wärme- und Kältesektors in das Strommarktmodell PowerFlex zur Analyse sektorübergreifender Effekte auf Klimaschutzziele und EE-Integration" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Günstige Klimageräte mit hohem Energieverbrauch nehmen an Beliebtheit zu

Knapp zwei Drittel der befragten 772 Nicht-Nutzer gaben an, eine Klimaanlage in ihrer Wohnung oder ihrem Haus für eher nicht notwendig zu halten. "Über ein Viertel der Befragten hat zwar schon einmal darüber nachgedacht, eine Klimaanlage anzuschaffen", sagt ISOE-Studienleiter Immanuel Stieß, "doch viele schrecken vor dem Kauf zurück, weil sie mit hohen Anschaffungskosten rechnen." Tatsächlich sind die Preise von mobilen Klimageräten niedriger, als die meisten vermuten. Gerade diese günstigeren Modelle seien aber aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs kritisch zu bewerten.

Während der aktuellen Hitzewelle haben laut Medienberichten bereits viele Händler einen Ausverkauf von Klimageräten gemeldet. "Noch ein paar Hitzewellen mehr und die Nutzung von Klimaanlagen in privaten Haushalten wird deutlich zunehmen", sagt Energieexperte Stieß. Was dies für den künftigen Energieverbrauch bedeutet, wird mit dem Modell des Öko-Instituts näher untersucht.

Quelle: ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung


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