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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

22. Juni 2017 Transparenzkodex: Forschende Pharma-Unternehmen veröffentlichen Leistungen an Ärzte

Forschende Pharma-Unternehmen veröffentlichen im Juni 2017 zum zweiten Mal ihre Leistungen an Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkreisangehörige und Institutionen der Medizin. Dazu sagt Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa: "Für die Entwicklung neuer Medikamente brauchen wir den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. Durch unsere Offenheit und Transparenz geben wir Einblick in die Zusammenarbeit von Pharma-Unternehmen und Ärzten. Dabei bauen wir auf dem im Jahr 2016 Erreichten auf und werden das auch in Zukunft fortsetzen."
Nach Schätzung des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) und der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) umfassen die Leistungen von Pharma-Unternehmen an Ärzte sowie Fachkreiasangehörige und Institutionen der Medizin ca. 562 Mio. Euro für das Jahr 2016. Davon entfielen:
 
  • ca. 356 Mio. Euro auf die Zusammenarbeit im Bereich Forschung
  • ca. 105 Mio. Euro auf den den Bereich Fortbildung und Vorträge und
  • ca. 101 Mio. Euro auf die Unterstützung von Veranstaltungen und Institutionen
 (Stand 20.6.2017).

"Im Zuge der Erstveröffentlichungsrunde im letzten Jahr haben wir gesehen, dass die Bereitschaft, über Geld im Gesundheitswesen zu sprechen, durchaus vorhanden ist. Wir brauchen diese Bereitschaft, um sachlich darüber zu diskutieren, was gute Forschung und was gute Fortbildung zum Nutzen der Patienten kostet und wie sie finanziert werden sollen," so Fischer weiter.

"Die aktuelle gesellschaftliche Diskussion in vielen Bereichen unter-streicht den unbestreitbaren Wert von Transparenz: Wenn Fakten direkt durch die Öffentlichkeit selbst überprüft werden können, ist sie nicht auf die Interpretation von anderen angewiesen. Transparenz bedeutet gleichzeitig aber Verantwortung für alle Beteiligten. Im Sinne der Patienten werden sich die Pharma-Unternehmen auch künftig mit dem Transparenzkodex dieser Verantwortung stellen," sagt Dr. Holger Diener, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie.

Die FSA erleichtert das Auffinden der Veröffentlichungen bei den ein-zelnen Unternehmen ab Ende Juni durch eine Linkliste: http://www.pharma-transparenz.de/fachkreisangehoerige/veroeffentlichungen/

Hintergrund: Was ist der FSA-Transparenzkodex?

Die Pharma-Unternehmen im Transparenzkodex verpflichten sich, einmal jährlich sämtliche Leistungen an Ärzte, Angehörige der Fachkreise sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen offenzulegen. Veröffentlicht wird für das Vorjahr. Dies geschieht jeweils am Ende des zweiten Quartals eines jeden Jahres. Veröffentlicht wird im Internet auf den jeweiligen Unternehmens-Websites.

Es wird unterschieden nach:
 
  • Leistungen an Ärzte, andere Fachkreisangehörige, medizinische Organisationen und Einrichtungen für die Durchführung von klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen im Rahmen von Forschung & Entwicklung
  • Leistungen an Ärzte und andere Fachkreisangehörige für Vortragshonorare und Fortbildungen
  • Leistungen an medizinische Organisationen und Einrichtungen für Unterstützung von Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen.
Natürlich haben Ärzte das Recht, selbst zu entscheiden, ob direkt erhaltene Leistungen namentlich veröffentlicht werden sollen. Falls die Einwilligung nicht erteilt wird, veröffentlichen die Unternehmen aggregiert. Im Bereich Forschung wird aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich aggregiert veröffentlicht.

Was ist die FSA?

Die 54 Mitgliedsunternehmen des Vereins "Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie" (FSA) und des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) haben 2016 erstmals den Transparenzkodex umgesetzt. Sie decken rund 75% des deutschen Pharmamarktes ab.

Der FSA wurde 2004 von den vfa-Mitgliedern als eigenständiger Verein gegründet und überwacht mit Hilfe eines Vereinsgerichts die korrekte Zusammenarbeit von pharmazeutischen Unternehmen mit Ärzten und anderen Angehörigen der medizinischen Fachkreise. Jede Person kann dem FSA den Verdacht eines Kodex-Verstoßes durch ein Pharma-Unternehmen melden. Die unabhängige Schiedsstelle des FSA untersucht die gemeldeten Verdachtsfälle. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sieht das Regelwerk des FSA klar definierte Sanktionen vor, z.B. Geldstrafen bis max. 400.000,- EUR und die Nennung des Unternehmens zusammen mit der Veröffentlichung der Entscheidung im Internet.

Quelle: vfa


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