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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
10. Dezember 2015

TK-Landeschefin kritisiert Fehlanreize im Morbi-RSA: Finanzausgleich fördert Krankheit statt Prävention

Zivilisationskrankheiten sind auf dem Vormarsch: Nach Schätzungen entfallen bis zu 70% der Gesundheitsausgaben auf die Behandlung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rückenbeschwerden. Ein Grund, hier früh anzusetzen und mit Präventionsmaßnahmen in Punkto ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Stress gegenzusteuern. Allerdings fehlen den gesetzlichen Krankenkassen die Anreize, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) bemängelt.

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"Kassen, die sich darum kümmern, dass sich die Zuckerkrankheit eines Versicherten nicht verschlechtert, werden durch den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich noch finanziell bestraft. Attraktiv ist es hingegen, möglichst viele Krankheiten zu dokumentieren, um so mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds zu erhalten", erklärt TK-Landeschefin Anneliese Bodemar.
 
Statt den Wettbewerb um die bestmögliche medizinische Versorgung und eine schlanke Verwaltung zu fördern, honoriere der derzeitige Risikostrukturausgleich eine möglichst dramatische Dokumentation von Krankheiten, so Bodemar. "Ein Gesundheitssystem, in dem niemand mehr ein Interesse an gesunden Menschen hat, ist ein krankes System", kritisiert die TK-Landeschefin.
 
Laut dem aktuellen TK-Gesundheitsreport für Rheinland-Pfalz, der die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der rund 200.000 bei der TK in Rheinland-Pfalz versicherten Erwerbspersonen analysiert, ist das Arzneimittelvolumen gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten seit dem Jahr 2006 um 26% gestiegen. Bei den Stoffwechselstörungen sind es sogar über 100%. Jeder zehnte Fehltag hierzulande ist rückenbedingt.
 
Um die Gesundheit der Menschen nachhaltig zu fördern und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und Rückenschmerzen zu bekämpfen, brauche es daher ein bundesweites Engagement für Gesundheitsförderung. "Prävention kostet allerdings Geld. Wenn wir uns dafür einsetzen wollen, dass Menschen nachhaltig zu einem gesünderen Lebensstil finden, dann muss dieses Engagement auch honoriert werden. Wenn wir aber weniger aus dem Fonds bekommen, je besser es unseren Versicherten geht, läuft etwas verkehrt", argumentiert Bodemar. "Deshalb sollten lebensstilbedingte Erkrankungen, die sich durch Prävention und eine gesündere Lebensweise vermeiden lassen, im Finanzausgleich nicht länger übergewichtet werden", fordert Bodemar.

Quelle: TK Rheinland-Pfalz


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