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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. April 2018

TK: Notfallstufenkonzept ist Basis dringender Reformen

Nach rund zwei Jahren der Beratung soll es im April nun soweit sein: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wird sein Konzept zur Gestaltung einer gestuften Notfallversorgung präsentieren. Doch je näher der Zeitpunkt der Entscheidung rückt, umso mehr erhitzt sich die öffentliche Debatte, ob dies für viele Krankenhäuser das wirtschaftliche "Aus" bedeuten würde. "Die stationäre Notfallversorgung in ein Stufenmodell zu überführen ist ein vernünftiges Vorhaben und gleichzeitig auch die Basis für eine umfassende Reform, die letztlich überfällig ist", betont Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK).
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Wie der TK-Landeschef weiter ausführt, stünden weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen zur Verfügung, damit jedes Krankenhaus, das an der Notfallversorgung beteiligt ist, beispielsweise eine Stroke Unit zur sachgerechten Versorgung eines Schlaganfalls, über einen Herz-Katheter-Meßplatz oder eine Neurochirurgie - jeweils mit entsprechend qualifiziertem Fachpersonal - vorhalten könne. "Erkennt man diese Tatsache an, so ergibt sich fast zwangsläufig eine Logik, in der Kliniken - abhängig von ihrer fachlichen und personellen Ausstattung -  bestimmten Kategorien zugeordnet werden", so Simon. Kliniken der Basisstufe würden dann zum Beispiel Blinddarmentzündungen oder Armfrakturen versorgen, andere Häuser der erweiterten Notfallversorgung einen Schwerpunkt für Herzinfarkte und Schlaganfälle herausbilden und Maximalversorger etwa Polytraumen behandeln können.

Damit eine solche Einteilung nach objektiven Kriterien erfolgen kann, wurde der G-BA mit der Erarbeitung von Mindestvorgaben hinsichtlich Art und Anzahl von Fachabteilungen, Personal und zeitlichen Umfang der Bereitstellung von Notfallleistungen beauftragt. "Doch aufgrund der Berücksichtigung von Mindestvorgaben ist nicht zu erwarten, dass es zu einem breiten "Krankenhaussterben" kommt. Vielmehr ist es möglich, dass Mehrkosten im Bereich der Krankenhausfinanzierung entstehen. Und zwar dadurch, dass Kliniken bemüht sein werden, in die nächst höhere Stufe der Notfallversorgung zu gelangen. Gleichzeitig kann es sein, dass Kliniken in der Fläche, die bisher nicht über ausreichende Vorhaltungen im Sinne der Notfallversorgung verfügten, im Interesse der Versorgung ertüchtigt werden müssen. Derartige Entwicklungen müssen von der Politik im Auge behalten werden, da dies zu weiteren Kostensteigerungen führen würde", betont Simon.

Auch Befürchtungen, die Einführung eines solchen Stufenmodells würde unzumutbare Wegstrecken für Patienten zur Folge haben, hält der TK-Landeschef für unbegründet: "In welcher Distanz sich die Krankenhäuser der verschiedenen Versorgungsstufen zueinander befinden müssen, ergibt sich mitunter allein schon durch die Vorgaben, die in medizinischen Leitlinien festgeschrieben sind. Zur Versorgung eines Herzinfarkts beispielsweise sind die Zeitfenster präzise definiert. Daher wird auch an dieser Stelle nicht im luftleeren Raum agiert."

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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