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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
23. Februar 2017

Wirtschaftliche Therapie mit Alemtuzumab

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der sich unter anderem aus Spitzenvertretern der Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen und der deutschen Krankenhausgesellschaft zusammensetzt, hat einen Therapiehinweis als Ergänzung zur Arzneimittelrichtlinie zu Alemtuzumab (Lemtrada®) formuliert und am 20.12.2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht (1). Der Therapiehinweis ist somit rechtskräftig.
Aufgrund der unter anderem von klinischen Neurologen und Sanofi Genzyme schriftlich und mündlich vorgebrachten Stellungnahmen hat der G-BA gravierende Änderungen an der ursprünglichen Fassung vorgenommen. Der Therapiehinweis bestätigt nun die Wirtschaftlichkeit von Alemtuzumab bei Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) mit aktiver Verlaufsform, insbesondere bei Patienten, deren Erkrankung trotz Vorbehandlung progredient ist oder die primär einen klinisch rasch progredienten Verlauf zeigt.(1) Somit ist in den Augen des G-BA der Einsatz von Alemtuzumab wirtschaftlich im Rahmen der vom G-BA vorgegebenen Patientengruppe und ist auf dieser Grundlage auch von den Krankenkassen zu erstatten.

In den tragenden Gründen zur Empfehlung der wirtschaftlichen Verordnungsweise von Alemtuzumab heißt es weiter, dass „ein Einsatz von Alemtuzumab bei weniger schweren Verläufen der RRMS mit Begründung im Einzelfall weiterhin möglich ist.“(2)

Im Gegensatz zu anderen Präparaten im (hoch-)aktiven Behandlungsspektrum haben Ärzte damit für Alemtuzumab eine sehr klare Entscheidungsvorlage für dessen wirtschaftlichen Einsatz bei ihren Patienten.

Professor Dr. Tjalf Ziemssen, Leiter des Zentrums für klinische Neurowissenschaften an der Technischen Universität Dresden, begrüßt den offiziellen Hinweis durch den G-BA, wonach auch eine frühzeitige Gabe von Alemtuzumab ohne Vortherapie bei der RRMS befürwortet wird: „Für den weiteren Verlauf der Erkrankung sind nach derzeitiger Kenntnis die ersten fünf Jahre von entscheidender Bedeutung“, so Ziemssen. „Es ist deshalb wichtig, dass Patienten mit aktiver Verlaufsform der MS auch von Beginn an eine hocheffektive Behandlung erfahren können, wie sie mit der Impulstherapie Alemtuzumab möglich ist“.

Quelle: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Literatur:

(1) Bekanntmachung eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage IV – Therapiehinweis Alemtuzumab, https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/contentloader?state.action=genericsearch_loadpublicationpdf&session.sessionid=5eb8855d83bdddf4c707191eb69f9475&fts_search_list.destHistoryId=66629&fts_search_list.selected=7217a527dc2ee396&state.filename=BAnz%20AT%2020.12.2016%20B4 (Letzter Zugriff: 17.01.2017)
(2) Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) – Anlage IV: Therapiehinweis zu Alemtuzumab, 15. September 2016, https://www.g-ba.de/downloads/40-268-3989/2016-09-15_AM-RL-IV_TH-Ergaenzung_Alemtuzumab_TrG.pdf (Letzter Zugriff: 17.01.2017)


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