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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Mai 2018

Telemedizin: Kommt jetzt die digitale Sprechstunde?

Der Mehrheitsbeschluss des Deutschen Ärztetages Anfang Mai zur Änderung der ärztlichen Berufsordnung stieß die Umsetzung der Fernbehandlung nun endlich auch auf gesetzlicher Ebene an. Ab sofort ist die ausschließliche Behandlung über Kommunikationsmedien im Einzelfall möglich. Es ist nun Aufgabe der Landesärztekammern, eine rechtsverbindliche Berufsordnung zur Fernbehandlung zu schaffen. Jetzt liegt es an den Ländern sowie Patienten und Ärzten, sich nicht vor dem Fortschritt zu verschließen, sondern die Telemedizin für Behandlungen sinnvoll einzusetzen.
Zum Beschluss des 121. Deutschen Ärztetages zur Lockerung des Fernbehandlungsverbots äußert sich Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH:
 
„Telemedizin ist der notwendige Fortschritt für eine zeitgemäße medizinische Versorgung. Technische Möglichkeiten, um Sprechstunden aus der Ferne durchzuführen, existieren bereits und mit der aktuellen Etablierung geht die Branche einen großen Schritt auf die Digitalisierung zu. Der Mehrheitsbeschluss des Deutschen Ärztetages im Mai 2018 zur Änderung der ärztlichen Berufsordnung stieß die Umsetzung der Fernbehandlung nun auch auf gesetzlicher Ebene an. Ab sofort ist die ausschließliche Behandlung über Kommunikationsmedien im Einzelfall möglich. Es ist nun Aufgabe der Landesärztekammern, eine rechtsverbindliche Berufsordnung zur Fernbehandlung zu schaffen und so Ärzten Sicherheit bei der Beratung von Patienten aus der Distanz zu geben. Senioren und immobile Patienten profitieren beispielsweise von mehr Selbstständigkeit, und lange Wartezeiten in überfüllten Wartezimmern könnten der Vergangenheit angehören. Nun liegt es an den Ländern sowie an Patienten und Ärzten, sich nicht vor dem Fortschritt zu verschließen, sondern die Telemedizin für Behandlungen sinnvoll einzusetzen.“
 
Grundlagen schaffen

„Eigentlich zu spät gibt die Bundesärztekammer dem Druck der Patienten und des Ärztemangels im ländlichen Raum nach. Das zeigt einmal mehr die Notwendigkeit, die Herausforderungen der Digitalisierung aktiv anzugehen, denn regulatorische Schranken sind auf Dauer nicht zu halten. In der Übergangszeit bis zur Umsetzung der Fernbehandlung auf Landesebene gilt es notwendige Infrastrukturen zu schaffen. Aber noch mangelt es dazu an domänenbezogener standardisierter und sicherer Technik. Solange ein einheitlicher europäischer Ansatz fehlt, kommen die Kommunikationswerkzeuge der amerikanischen Riesen zum Einsatz – mit ungewissen Folgen für den Datenschutz der Betroffenen. Die etablierten Ärzte brauchen schnell eine bundeseinheitliche Plattform, denn schon strömen erste Anbieter der reinen Telemedizin aus dem Ausland auf den jungen deutschen Markt – neue Geschäftsfelder könnten entstehen. Doch Fakt ist: Die gesetzliche Änderung der Fernbehandlung ist ein notwendiger Schritt in Richtung Digitalisierung und bringt dabei zahlreiche Vorteile für alle Akteure und ein großes Plus an Versorgung für Patienten mit sich.“

Quelle: Techniklotsen GmbH


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