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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
15. Oktober 2014

Techniker Krankenkasse: "Schmerzen, Trauer, Einsamkeit: Alkoholmissbrauch im Alter nimmt zu"

Im Herbst des Lebens gibt es viele Gründe, warum Menschen traurig oder sogar depressiv werden. Vielleicht ist der Lebenspartner bereits verstorben und die Kinder wohnen weit weg oder körperliche Beschwerden und die Endlichkeit des eigenen Lebens treten immer mehr in den Vordergrund. Nicht selten werden diese negativen Gefühle mit Alkohol betäubt. Immer häufiger werden Senioren in Rheinland-Pfalz aufgrund von Alkoholmissbrauch in Krankenhäusern behandelt, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz mit Bezug auf das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Zahl der Fälle, in denen Patientinnen über 65 aufgrund der Diagnose 2Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" stationär behandelt wurden, hat sich laut TK innerhalb von zehn Jahren um fast 70 % auf 324 im Jahr 2012 erhöht.

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Bei den Männern ab 65 Jahren liegt die prozentuale Steigerung nur bei 38 %. Allerdings traten mehr Fälle auf als bei den Frauen - fast 670 in 2012, berichtet die TK.
 
"Viele ältere Menschen trinken, um körperliche Beschwerden oder negative Gefühle wie Langeweile, Angst, Trauer und Einsamkeit zu lindern - gerade bei Frauen ein Problem, die ihre Partner meist überleben", betont Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Darüber hinaus nimmt die Alkoholverträglichkeit im höheren Lebensalter ab und oft ist die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erforderlich, was zusammen mit Alkohol zu gefährlichen Wechselwirkungen führen kann. Das gilt auch für freiverkäufliche Mittel".
 
Damit ältere Menschen nicht vereinsamen, sei es wichtig, dass sie regelmäßig mit Gleichgesinnten zusammen kämen, so die TK. Viele Städte und Gemeinden hätten ein großes Angebot für Senioren. Häufig würden für gehbehinderte Menschen auch Fahrdienste angeboten. Angehörige sollten auf Anzeichen von Vereinsamung oder Depressionen achteten, empfiehlt die TK. Da ältere Menschen häufig niemanden zur Last fallen wollten, sei es wichtig, offensiv Angebote zu machen, zum Beispiel sie regelmäßig mit dem Auto zu Freunden oder dem Seniorennachmittag zu bringen.

Quelle: Techniker Krankenkasse


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