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01. März 2018

Studie: Wenn die Zeit verfliegt, erleben wir mehr Flow und werden produktiver

„Ich bin im Flow“ – eine Aussage, die ausdrückt, dass man sich bei einer Tätigkeit in einem Idealzustand befindet. In einer umfassenden Studie haben die (Wirtschafts-)psychologen Prof. Dr. Katja Mierke und Prof. Dr. Fabian Christandl der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit Jun.-Prof. Dr. Corinna Peifer von der Ruhr-Universität Bochum untersucht, welchen Einfluss der Faktor Zeitwahrnehmung beim Flow-Erleben hat. Dazu wurden vier Experimente mit insgesamt 254 Probanden durchgeführt.
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Hin und wieder empfindet man bei der Ausübung bestimmter Arbeitsaufgaben ein Flow-Gefühl. Studien zeigen, dass die perfekte Übereinstimmung der eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen eine wesentliche Voraussetzung dafür ist. In solchen Momenten geht man vollkommen auf, in dem was man gerade tut und vergisst alles um sich herum, die Zeit scheint zu verfliegen.

Wissenschaftler der Hochschule Fresenius und der Ruhr-Universität Bochum haben nun erstmals gezeigt, dass sich dieser Zusammenhang umkehren und damit Flow-Erleben experimentell auslösen lässt. Ausgehend von dem Befund, dass in Phasen des Flows „die Zeit verfliegt“, hat das Forscherteam den Faktor Zeit näher betrachtet. Dazu haben sie in mehreren Experimenten die Zeitwahrnehmung künstlich manipuliert. Im ersten Versuch wurden den in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmern die gleichen Aufgaben wie z.B. Wortpuzzle gestellt. Einer Gruppe wurde gesagt, dass sie zur Lösung 15 Minuten Zeit hätten, der anderen wurden nur fünf Minuten eingeräumt. Tatsächlich hatten beide Gruppen zehn Minuten Zeit. Teilnehmer, die 15 Minuten erwartet hatten, bekamen so eher das Gefühl, dass die Zeit verflogen ist. Dies führte dazu, dass sie auch eher angaben, Flow erlebt zu haben als dies in der anderen Gruppe der Fall war.

Eine weitere weitreichende Erkenntnis: Hat man durch manipulierte Zeitwahrnehmung Flow bei einer Aufgabe erlebt, wird die Performance bei einer anschließenden Tätigkeit verbessert. So sollten die Probanden direkt im Anschluss eine ähnliche zweite Aufgabe lösen. Diejenigen, die während der ersten Aufgabe angegeben hatten, Flow erlebt zu haben, lösten die Folgeaufgabe besser und erlebten wieder mehr Flow als die Vergleichsgruppe, dieses Mal echten – da die Zeitwahrnehmung im zweiten Durchgang nicht manipuliert wurde.

„Entgegen der gängigen Praxis, Deadlines immer etwas zu knapp bemessen vorzugeben, lässt sich aus unseren Ergebnissen für die Praxis ableiten, dass man die Dauer von Tätigkeiten so gestalten sollte, dass jemand etwas schneller mit einer Aufgabe fertig sein kann“, so Prof. Christandl. „Hat man beispielsweise eine Stunde Zeit für eine Tätigkeit eingeplant, ist aber früher damit fertig, fühlt man sich gut und löst auch die Folgeaufgaben besser. Aber auch andere Faktoren wie Autonomie oder Mitbestimmungsrecht spielen bei Flow und Arbeitsperformance natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle“, erklärt der Wirtschaftspsychologe.


Die Ergebnisse der Studie werden von den Autor(inn)en auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (3.-5. Mai in Bochum) sowie auf dem DGPs-Kongress (15.-20. September in Frankfurt) vorgestellt.

Quelle: Hochschule Fresenius

Literatur:

Christandl, F., Mierke, K., & Peifer, C. (2018). Time Flows: Manipulations of Subjective Time Progression Affect Recalled Flow and Performance in a Subsequent Task. Journal of Experimental Social Psychology, 74, 246-256.


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