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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
16. Mai 2018

Stärkung der ärztlichen Prävention und Gesundheitsförderung in Betrieben

Die beiden Beschlüsse des 121. Deutsche Ärztetages, „Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten“ und „Keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte“ werden von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) uneingeschränkt begrüßt und nachhaltig unterstützt. Beide Entschließungsanträge gehören zu einem großen Katalog von Entscheidungen, die die Delegierten des Deutsche Ärztetages verabschiedet haben. Der 121. Deutsche Ärztetag war in diesem Jahr vom 8. bis 11. Mai 2018 in Erfurt zu Gast.
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Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten

Im Vorfeld des Ärztetages konnte die DGAUM als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft den Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) bei der inhaltlichen Formulierung des ersten Entschließungsantrages „Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten“ beraten. Im beschlossenen Text heißt es konkret: „Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 fordert alle verantwortlichen und zuständigen Akteurinnen und Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und insbesondere die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf, die ärztlichen Kompetenzen im Arbeitsschutz uneingeschränkt zu erhalten und zu stärken. Es muss allen Versuchen entschieden entgegengetreten werden, arbeitsmedizinische Leistungen und betriebsärztliche Tätigkeiten durch andere Berufsgruppen zu substituieren. Neue Arbeitsformen und der technologische Fortschritt erfordern es, dass gerade Arbeitsmediziner und Betriebsärzte im Wege des Arbeitsschutzes bereits frühzeitig gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten erkennen. Sie haben deshalb ein Alleinstellungsmerkmal für Gesundheitsfragen im Betrieb und nehmen eine wichtige Funktion sowohl im Feld der betrieblichen Prävention als auch an der Schnittstelle zur kurativen und rehabilitativen Medizin ein. Nur so können Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz mit den dynamisch sich vollziehenden Veränderungen in der Arbeitswelt Schritt halten.“

Keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte

Darüber hinaus begrüßt und unterstützt die DGAUM den ebenfalls beschlossenen Antrag von insgesamt acht Delegierten um Dr. Peter Czeschinki, Münster, die keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte gefordert hatten: „Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 lehnt die Pläne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zur Substitution betriebsärztlicher Tätigkeiten durch Nichtärzte entschieden ab. Die DGUV diskutiert im Rahmen der Novellierung der Vorschrift 2 zur arbeitsmedizinischen Betreuung in der Grundbetreuung die Substitution einer den gesamten Menschen umfassenden fachärztlichen arbeitsmedizinischen Betreuung durch andere Berufsgruppen, wie z. B. Ergonomen, Arbeitspsychologen, Gesundheitswissenschaftler usw. Darüber hinaus ist eine Halbierung der betriebsärztlichen Mindesteinsatzzeit in der Betreuungsgruppe III von zwölf auf sechs Minuten pro Beschäftigtem und Jahr vorgesehen. In sechs Minuten ist keine qualitativ hochwertige arbeitsmedizinische Betreuung mit ihren vielfältigen Facetten zu gewährleisten, erst recht nicht, wenn auch noch psychische Belastungen zur Sprache kommen. Sofern auch noch andere Professionen in die Grundbetreuung in der Gruppe III eingebaut werden, bleibt es nicht bei sechs Minuten, sondern davon gehen z. B. noch Zeiten für einen Gesundheitswissenschaftler ab. Von dieser Neuregelung sind auch Beschäftigte im Gesundheitswesen, insbesondere angestellte Ärztinnen und Ärzte in Rehabilitationseinrichtungen, Arztpraxen bzw. medizinischen Versorgungszentren (MVZ) betroffen.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)


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