Mittwoch, 28. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
06. März 2017

Staatlicher Anbau von Cannabis startet

Cannabis zur medizinischen Verwendung wird in Deutschland künftig staatlich angebaut. Dazu steht eine Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor dem Start, wie das Institut am Freitag in Berlin mitteilte. "Erste Ernten in Deutschland sind für 2019 vorgesehen", sagte BfArM-Präsident Karl Broich. Der Weg für Cannabis als Medizin auf Kosten der Krankenkassen wird durch ein neues Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) frei.
Anzeige:
Kyprolis
Bisher haben rund 1.000 Patienten eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis. Alleine für sie würden 365 Kilogramm Cannabis pro Jahr benötig. Ärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Cannabis-Therapien nach der Freigabe steigen wird. Die Ausnahmegenehmigungen sollen nach einer dreimonatigen Übergangsfrist auslaufen, Patienten brauchen sie dann nicht mehr. Heute müssen sie den Cannabis in der Regel noch selbst bezahlen.

Das BfArM rät Patienten ab, die getrockneten Cannabisblüten zu rauchen, doch steht den Patienten auch dies offen. Ölige Lösungen und Tropfen stehen als Alternative zur Verfügung, zum Inhalieren oder Schlucken.

"Es geht hier tatsächlich nicht um Kiffen oder Joint auf Rezept", sagte Gesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe. Eine Freigabe von  Cannabis als Rauschmittel sei nicht geplant. Eine der Aufgaben der Cannabisagentur ist es, eine Umleitung des Stoffs auf den illegalen Markt zu verhindern.

Bisher ist nicht klar eingegrenzt, welche Patienten den Stoff bekommen sollen. Cannabis kann etwa helfen bei Multipler Sklerose, gegen chronische Schmerzen bei Neuropathie oder Rheuma. Wirksam ist der Wirkstoff der Hanfpflanze auch bei Appetitlosigkeit unter anderem infolge von Krebs. Eine Begleitforschung soll Daten darüber liefern, wem Cannabis genau hilft.

Die Cannabisagentur wird laut BfArM nach dem in Kürze erwarteten Inkrafttreten des Gesetzes ein EU-weites Ausschreibungsverfahren starten und dann Aufträge zum Anbau in Deutschland erteilen. Sie nimmt das Cannabis nach der Ernte in Besitz, die Abgabe läuft dann über Apotheken. Bis der Anbau in Deutschland stattfindet, soll Cannabis als Medizin weiterhin aus den Niederlanden und Kanada importiert werden.

Quelle: dpa


Anzeige:
Bosulif
Bosulif
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Staatlicher Anbau von Cannabis startet"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose