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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
09. August 2016

SPD will Arznei-Studien an Patienten einschränken

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach hat schärfere Kontrollen der umstrittenen Anwendungsstudien von Arzneimitteln an Patienten gefordert. Diese so genannten Anwendungsbeobachtungen im Alltag sollten auf das unbedingt notwendige Maß begrenzt werden, sagte Lauterbach NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und dem Recherchebüro Correctiv. Notwendig seien solche Studien, die von Behörden vorgeschrieben seien, um die Sicherheit der Mittel nach der Markteinführung zu überwachen.

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© Eisenhans / Fotolia.com
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Viele dieser Studien führten derzeit zu "Fehlbehandlungen und Geldverschwendung", sagte Lauterbach. Allerdings sei ein solches Gesetz in der großen Koalition mit der Union nicht durchsetzbar. Doch auch aus der Union kommen inzwischen kritische Töne. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Maria Michalk, sagte: "Wenn sich nichts tut, denken wir über eine verpflichtende Transparenz auch für Anwendungsbeobachtungen nach."

Wie Recherchen der Medien ergaben, zahlten Pharma-Unternehmen Ärzten für die Teilnahme an mehr als 600 solcher Anwendungsbeobachtungen im vergangenen Jahr Dutzende Millionen Euro. Mehr als 150 derartige Studien seien neu gestartet worden.

Die Honorare liegen nach diesen Recherchen in der Regel bei mehreren Hundert, manchmal auch bei mehreren Tausend Euro pro Patient. Etwa jeder zehnte niedergelassene Arzt nahm nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 2015 an solchen Studien teil.

Die Pharmaindustrie hatte vor kurzem mehr Offenheit versprochen. Ende Juni haben erstmals Pharma-Unternehmen Zahlen zu ihren Zuwendungen an Ärzte veröffentlicht. Konkrete Honorare für umstrittene Anwendungsbeobachtungen sind davon ausgenommen.

Quelle: dpa


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