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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
14. September 2016

Sieben-Tage-Betrieb von Krankenhäusern in England unmöglich

Der Nationale Gesundheitsdienst Großbritanniens, der National Health Service (NHS) kann mit seiner bisherigen Finanzierung und dem aktuellen Personalbestand keinen siebentägigen Krankenhausbetrieb aufrechterhalten. Das hat Chris Hopson, Chef der NHS-Anbieter, erklärt. "Etwas muss aufgegeben werden", so der Gesundheitsmanager. Laut Hopson ist eine Diskussion darüber erforderlich, was geopfert werden kann, anstatt so zu tun, als gäbe es keine Versorgungslücke. Aktuelle Zahlen belegen, dass sich die Wartezeiten und die verzögerten Krankenhausentlassungen derzeit auf einem Rekordhoch befinden. Die britische Regierung betont indes, NHS England jene zehn Mrd. Pfund (rund zwölf Mrd. Euro) zu geben, die gefordert wurden.

Gesundheitsminister Jeremy Hunt fordert seit 2015 eine Versorgung sieben Tage die Woche. Anlass dafür war ein eindeutiger Zusammenhang zwischen schlechteren Behandlungsergebnissen und geringerer medizinischer Versorgung am Wochenende. Eingeräumt wird allerdings auch, dass jene Patienten, die am Wochenende ins Krankenhaus kommen, eher in einem schlechteren Zustand sind als an einem Wochentag.

Laut Hopson befindet sich das NHS derzeit unter extremem Druck. Sollte die dringend notwendige Finanzierung nicht rasch zur Verfügung gestellt werden, wird die Anzahl der Mitarbeiter verringert werden oder es zu drastischen Einschränkungen bei der Behandlung, wie zum Beispiel bei nicht dringenden Operationen, kommen müssen, so die Prognose.

Sinkende Standards drohen

80% der englischen Akutkrankenhäuser haben derzeit ein finanzielles Defizit. Vor drei Jahren waren es noch fünf Prozent. Die in der Notaufnahme angestrebten Wartezeiten werden derzeit in 90% der Fälle überschritten. In den vergangenen fünf Jahren verfügte der NHS über die striktesten finanziellen Vorgaben in seiner Geschichte. Der Regierung bleiben nun drei Optionen: mehr Geld für die Gesundheitsversorgung, das Akzeptieren eines weiteren Sinkens des Standards oder eine Einschränkung der Leistungen.

Im Juli wurde bereits 50 englischen Krankenhäusern zugestanden, dass sie die Vorgaben für die Wartezeiten nicht erfüllen müssen, um damit die finanzielle Belastung zu erleichtern. Zusätzlich wurden die Strafen für nicht erfüllte Vorgaben gelockert. Derzeit werden neue Regelungen für die am schlechtesten abschneidenden Einrichtungen erarbeitet. Die Vale of York Clinical Commissioning Group hat zum Beispiel erwogen, nicht dringende Behandlungen für fettleibige Patienten und Raucher ein Jahr lang zu verzögern.

Quelle: pte


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