Freitag, 25. Juni 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. März 2021

Paul-Ehrlich-Institut: Verdacht auf schwere Nebenwirkungen bei 0,3 von 1.000 Impfdosen

Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen sind weiterhin die absolute Ausnahme. Nach fast neun Millionen Impfungen in Deutschland nannte das für die Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Mittwoch eine Quote von 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Impfungen seien "eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen", heißt es in dem jüngsten Sicherheitsbericht aus Langen.
Anzeige:
Lonsurf
 
Nach dem vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca wurden vor allem die Meldungen über Sinusvenenthrombosen erwartet. Laut PEI wurden bis 19. März 14 solche Verdachtsfälle gemeldet. Zwei Patientinnen verstarben. Zwei Verdachtsfälle wurden nach Impfung mit Biontech/Pfizer (Comirnaty) gemeldet. "Weitere Untersuchungen werden derzeit durchgeführt, um den möglichen Zusammenhang mit der Impfung aufzuklären", berichtete das PEI.

Insgesamt wurde dem Paul-Ehrlich-Institut seit Beginn der Impfkampagne 351 Mal ein Verdacht auf einen Todesfall gemeldet. Die Verstorbenen waren zwischen wenigen Stunden und 40 Tagen zuvor geimpft worden. 286 Fälle betrafen eine Impfung mit Comirnaty, je vier Moderna und Astrazeneca, bei den weiteren war der Impfstoff nicht bekannt. Bei den meisten Betroffenen bestanden laut PEI "zum Teil multiple Vorerkrankungen".

2.287 Mal wurden schwerwiegende unerwünschte Reaktionen gemeldet. Als schwerwiegend gelten laut PEI Nebenwirkungen, "bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden". 1.728 davon betrafen Comirnaty, 113 Moderna und 352 Astrazeneca. Prozentual - also im Verhältnis zu den verimpften Dosen - wurden damit nach Impfungen mit Astrazeneca weniger schwere Verdachtsfälle gemeldet als bei den beiden anderen Vakzinen.

Die Beschwerden unterscheiden sich bei den drei Herstellern: Während nach Comirnaty Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Ermüdung am häufigsten berichtet wurden, wurden nach Impfung mit Astrazeneca vor allem grippeähnliche Erkrankungen, Schüttelfrost und Fieber gemeldet. Ein Hautauschlag als unerwünschte Reaktion fiel bei Moderna auf.

Bis 12. März wurden laut Robert-Koch-Institut 8,8 Millionen Impfungen durchgeführt: rund 7 Millionen mit Comirnaty, knapp 300.000 mit Moderna und 1,5 Millionen mit AstraZeneca. 19.194 Mal wurden Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet: 10.500 Mal für Comirnaty, 736 Mal bei Moderna und 7.663 Mal mit AstraZeneca. "Die Melderate betrug für die drei Impfstoffe zusammen 2,2 pro 1.000 Impfdosen", rechnete das PEI aus, "für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,3 pro 1.000 Impfdosen".

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren
Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
Seltene+Krebsarten+%E2%80%93+Stiefkind+der+Krebsforschung%3F
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Paul-Ehrlich-Institut: Verdacht auf schwere Nebenwirkungen bei 0,3 von 1.000 Impfdosen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose