Mittwoch, 28. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
21. März 2017

Schmerzmediziner legen Maßnahmenkatalog zur Versorgungsoptimierung vor

Sofortige Maßnahmen zur Sicherstellung der schmerzmedizinischen Versorgung und ein Ende der in weiten Teilen Deutschlands existierenden Unterversorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen forderten Schmerzmediziner und Patientenvertreter heute im Rahmen des „2. Nationalen Versorgungsforums Schmerz“, gemeinsam veranstaltet von Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL), Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) und dem Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD).
Anzeige:
Zavicefta
Zavicefta
 
Patienten mit chronischen Schmerzen benötigten eine intensive, spezialisierte und durch verschiedene Disziplinen aufeinander abgestimmte Behandlung. Doch diese würde einem Großteil der Schmerzpatienten vorenthalten, weil strukturelle Versorgungsdefizite jahrelang von der Politik, den Krankenkassen und den Standesvertretungen der Ärzteschaft ignoriert würden, so die Veranstalter.

Die Verbände forderten daher die Einrichtung eines Schutzraumes für die Schmerzmedizin. Dieser solle folgende Elemente beinhalten:
• die Einführung einer schmerzmedizinischen Bedarfsplanung,
• die Herauslösung des EBM-Kapitels 30.7.1 aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung und damit eine bundeseinheitliche Honorierung für die Teilnehmer an der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie,
• den Ausbau der Schmerzkompetenz bei allen an der Behandlung beteiligten Fachgruppen,
• die flächendeckende Umsetzung von Therapiestandards,
• die flächendeckende palliativmedizinische Versorgung von Menschen in der Lebensendphase,
• die Förderung des schmerzmedizinischen Nachwuchses in Aus- und Fortbildung,
• ein Ende unsachlicher Prüfverfahren für Schmerztherapeuten, die Einführung eines neues EBM-Kapitels für schmerzpsychotherapeutische Leistungen
• und auf lange Sicht die Einführung eines Facharztes Schmerzmedizin. Außerdem sollten abgestufte und qualitätsorientierte Versorgungskonzepte, die bereits in vielfältigen Projekten erfolgreich liefen, in die Regelversorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung überführt werden, so die DSL, BVSD und DGS.

3,4 Millionen Patienten mit schweren und hochproblematischen chronischen Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen leben in Deutschland, wie Analysen der Diagnosedaten von ca. 72 Millionen GKV-Versicherten des Bundesversicherungsamtes (BVA) für das Jahr 2014 zeigen. Für das Jahr 2013 berechnete das BVA noch 2,8 Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen. Daraus ergibt sich eine Zunahme der chronischen Schmerzkrankheit um 21 Prozent innerhalb eines Jahres. Nur ein Bruchteil dieser Patienten kann heute von einem der 1.173 ambulant tätigen Schmerztherapeuten versorgt werden, die an der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie teilnehmen (Stand: 31.12.2015). Die Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen unterliegt besonderen Qualitätskriterien, wie z.B. der Fallzahlbegrenzung auf max. 300 Fälle je Arzt im Quartal. Demnach können in Deutschland von ambulant tätigen Schmerzärzten maximal etwa 350.000 Patienten mit chronischen Schmerzen im Quartal versorgt werden.
 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)


Anzeige:
Keytruda Head&Neck
Keytruda Head&Neck
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Schmerzmediziner legen Maßnahmenkatalog zur Versorgungsoptimierung vor"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose