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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Juni 2016

Risiko für Gehirntumor bei Akademikern höher

Ein Universitätsabschluss steht mit einem erhöhten Risiko eines Gehirntumors in Zusammenhang, wie eine Studie des Karolinska Institutet und des University College London ergeben hat. Vor allem Gliome traten bei Personen häufiger auf, die mindestens drei Jahre eine Universität besucht haben. Grundlage für diese Studienergebnisse war die Auswertung der Daten von über 4,3 Mio. Schweden, die zwischen 1911 und 1961 geboren wurden und 1991 in Schweden lebten.

Frauen stärker betroffen

Die Studienteilnehmer wurden zwischen 1993 und 2010 beobachtet, um herauszufinden, ob sie an einem primären Hirntumor erkrankten. Zusätzlich wurden Infos zu Bildung, frei verfügbarem Einkommen, Ehestand und Beschäftigung aus der Sozialversicherung, dem Arbeitsmarkt und der Volkszählung ausgewertet. Während des Beobachtungszeitraums starben 1,1 Mio. Menschen, über 48.000 wanderten aus. 5.735 Männer und 7.101 Frauen erkrankten an einem Gehirntumor.

Männer mit einer Universitätsausbildung, die mindestens drei Jahre dauerte, erkrankten mit einer um 19% höheren Wahrscheinlichkeit an einem Gliom als Männer, deren Bildungsweg nicht über die neun Jahre Pflichtschule hinausging. Bei Gliomen handelt es sich um Tumore, die aus den Gliazellen entstehen, dem Stütz- und Nährgewebe der Nervenzellen. Bei höher gebildeten Frauen war das Gliom-Risiko um 23% erhöht und bei Meningiomen um 16%. Die Berücksichtigung von Faktoren wie dem Ehestand und dem frei verfügbaren Einkommen beeinflusste das Risiko bei beiden Geschlechtern nur gering.

Forscher schränken Studie ein

Der Beruf schien das Risiko bei Männern und Frauen zu beeinflussen. Im Vergleich mit Männern in manuellen Berufen verfügten diese in Führungspositionen bei Gliomen um ein 20% erhöhtes Risiko. Bei Akustikusneurinomen erhöhte es sich sogar auf 50%. Bei Frauen in Führungspositionen war das Gliom-Risiko um 26% erhöht. Das Meningiom-Risiko stieg um 14%. Single-Männer verfügten über ein geringeres Gliom-Risiko als verheiratete Männer oder in einer Beziehung lebende. Andererseits war jedoch ihr Meningiom-Risiko erhöht. Dieser Konnex konnte bei Frauen nicht festgestellt werden.

Eine Beobachtungsstudie kann laut dem Team um Amal R. Khanolkar aber keine Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung ziehen. Die Forscher betonten auch, dass sie über keine Daten zum Lebensstil der Teilnehmer verfügten, die möglicherweise eine Rolle gespielt haben. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin "Journal of Epidemiology & Community Health" http://jech.bmj.com veröffentlicht.

Quelle: pte


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