Sonntag, 18. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
23. Juni 2016

Riester-Förderung fließt besonders an Niedrigverdiener

Immer größere Eigenbeiträge, immer weniger neue Abschlüsse: Die Schwächen der Riester-Rente werden immer deutlicher. Dennoch bleibt Riester für Millionen Bundesbürger eine wichtige Säule fürs Alter. Besonders Niedrigverdiener nehmen die staatliche Förderung der Riester-Rente in Anspruch. Allerdings müssen Riester-Sparer immer mehr selbst einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen, wie der Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Rentenversicherung Bund, Christian Amsinck, am Mittwoch in Bremen mitteilte.

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Über 63% der Empfänger von Zulagen hätten ein Einkommen von unter 30.000 Euro im Jahr, rund jeder vierte sogar weniger als 10.000 Euro. Rund 10,8 Millionen Menschen seien nach den jüngsten Zahlen 2012 durch Zulagen oder einen Steuerabzug gefördert worden. Rund vier Millionen bekämen auch Kinderförderung. Die Riester-Rente war zuletzt immer stärker kritisiert worden, auch weil sie die Rentenlücke bei Geringverdienern nicht schließen könne.

Fast zwei von drei Empfängern der Zulage hätten die Fördermöglichkeit voll oder zu 90% ausgeschöpft. Gut 18% schöpfen ihren Anspruch zu weniger als der Hälfte aus. Die Versicherten müssen dabei immer mehr selbst schultern. Die Zulagen machen im Schnitt einen Anteil von 35% an den Einzahlungen aus - bei den Frauen sind es im Schnitt 45%. Durchschnittlich flossen rund 886 Euro an Gesamtbeiträgen - eigene Beiträgen plus Zulagen - auf einen geförderten Riester-Vertrag. Das Verhältnis von Zulage zu Eigenbeitrag dürfte sich für die Riester-Sparer verschlechtern, weil keine Erhöhung der Ansprüche vorgesehen sei. Insgesamt fehle es Riester an einer Dynamisierung, so Amsinck.

Insgesamt gibt es 16,5 Millionen Riester-Verträge. Für rund ein Fünftel davon werden keine Beiträge mehr geleistet. Dass es in den vergangenen Jahren immer weniger Abschlüsse gab, sei wenig verwunderlich, sagte Amsinck. Schließlich sinkt die Attraktivität in der aktuellen Niedrigzinsphase. Doch jene Produkte, die sich auf Immobilien oder Aktien stützen, hätten eine positive Entwicklung. Ein auf Freiwilligkeit angelegtes System dürfte aber nur ein begrenztes Verbreitungspotenzial haben.

An aussagekräftigen Daten zur Höhe der Riester-Rente fehle es, kritisierte Amsinck. Die Rentenversicherung ist mit der Riester-Rente befasst, weil sich unter ihrem Dach die zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen befindet. Von ihr seien seit 2003 knapp 33 Milliarden Euro an Riester-Zulagen überwiesen worden, wie Amsinck auf einer Vertreterversammlung weiter mitteilte. Allein 2016 seien es bisher 2,9 Milliarden gewesen.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Führung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund wechselt. Die Sozialexpertin Gundula Roßbach ist die erste Frau an der Spitze. Die 51-Jährige soll auf den derzeitigen Präsidenten Axel Reimann folgen, der aus Altersgründen in den Ruhestand geht. Ein entsprechender Bericht der "Frankfurter Rundschau" wurde in Kreisen der Rentenversicherung bestätigt. Die Personalie soll an diesem Donnerstag auf Vorschlag des DRV-Vorstands von der Bundesvertreterversammlung in Bremen beschlossen werden.

Quelle: dpa


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden...

Krebs und Kinderwunsch – Was ändert sich durch die Richtlinie des G-BA?
Krebs+und+Kinderwunsch+%E2%80%93+Was+%C3%A4ndert+sich+durch+die+Richtlinie+des+G-BA%3F+
©Destina - stock.adobe.com

Im Mai 2019 wurde die Erhaltung der Fruchtbarkeit für junge KrebspatientInnen per Gesetz zur Kassenleistung. Geändert hat sich für die Betroffenen aber bisher nichts, wenn ihnen die Kassen nicht freiwillig entgegenkommen. Es fehlte die zum Gesetz gehörende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). 19 Monate nach dem Gesetz ist sie jetzt in Kraft getreten. Leider ist der Weg bis zur Routine-Finanzierung immer...

Gesundheitliche Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen
Gesundheitliche+Beschwerden+nicht+auf+die+leichte+Schulter+nehmen
Alexander Raths / Fotolia.com

Arzttermine aus Furcht vor dem Coronavirus auf die lange Bank schieben? Davon rät der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ab. Symptome und Schmerzen sollten ernst genommen und vom Arzt abgeklärt werden. In den meisten Fällen wird es sich nicht um eine schwerwiegende Erkrankung wie Krebs handeln. Wenn aber doch, dann ist es besser, sie möglichst früh zu erkennen und, wenn nötig, sofort zu...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Riester-Förderung fließt besonders an Niedrigverdiener"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.