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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. Juni 2016

Rheinland-Pfalz: Fast 15% mehr Krankheitstage bei Frauen als bei Männern

Frauen in Rheinland-Pfalz haben im Job fast 15% mehr Fehlzeiten als Männer. Dies geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Demnach wurde 2015 jede bei der TK versicherte erwerbstätige Frau im vergangenen Jahr durchschnittlich für 17,3 Tage krankgeschrieben. Die Männer hingegen waren nur an 15,1 Tagen arbeitsunfähig. Im Durchschnitt kommen die erwerbstätigen Rheinland-Pfälzer auf 16,14 Krankheitstage. Fast 10% davon entfielen auf die Diagnose "Rückenschmerzen" (1,5 Tage). Der Krankenstand lag in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr bei 4,42 Tagen und damit 4,25% über dem Vorjahr.

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Der Gesundheitsreport zeigt, dass eine Erkrankung bei Frauen mit durchschnittlich 12,8 Tagen etwa genauso lange dauert wie bei Männern, ihnen aber insgesamt häufiger eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt wird. "Ein Grund könnte sein, dass Frauen in Rheinland-Pfalz öfter zum Arzt gehen als Männer, wie die Auswertung ergeben hat", erklärt Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung. So hat jede erwerbstätige Frau im Durchschnitt viermal im Jahr Kontakt zu ihrem Arzt, jeder Mann hingegen nur dreimal. Allerdings erhalten Frauen im Gegenzug weniger Arzneimittel verschrieben. Laut Auswertung bekamen Männer im Durchschnitt Arzneimittel für 272 Tage verordnet, Frauen für 261 Tage.
 
Schwerpunkt Sandwichgeneration
 
Der Schwerpunkt des diesjährigen Gesundheitsreports widmet sich der Sandwichgeneration zwischen 30 und 44 Jahre. Entsprechend ihres Alters betreuen viele Mütter und Väter neben dem Job auch Kinder. Doch trotz Doppelbelastung durch Familie und Beruf fehlten Frauen im mittleren Erwerbsalter mit familienversicherten Kindern in Rheinland-Pfalz mit 14,5 Tagen durchschnittlich sogar weniger als Frauen ohne mitversicherte Kinder (14,8 Tage). Bei den Männern in dieser Altersgruppe hingegen waren diejenigen mit mitversicherten Kindern mit 12,3 Tagen etwas häufiger krank als Männer ohne Kinder mit 11,5 Fehltagen.
 
Bei den verordneten Arzneimitteln zeigt sich, dass Mütter zwischen 30 und 44 Jahre mit 158 Tagesdosen deutlich weniger Medikamente verordnet bekamen als Frauen ohne mitversicherte Kinder, die 183 Tagesdosen erhielten. Väter hingegen lagen auch hier mit 159 Tagesdosen leicht über dem Verordnungsvolumen von Männern ohne Kinder (152 Tagesdosen).
 
"Viele Menschen, die zu der sogenannten Sandwichgeneration zählen, haben häufig nicht nur eine Doppelbelastung, sondern sogar eine Dreifachbelastung, wenn die Pflege der eigenen Eltern hinzukommt. Dies betrifft insbesondere Frauen. Es ist deshalb ein wichtiges Ergebnis des Gesundheitsreports, dass Familie sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. Deshalb sollte der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein größerer Stellenwert im Gesundheitsmanagement von Unternehmen eingeräumt werden", erklärt Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das diese Vereinbarkeit berücksichtigt, ist eine kluge Vorgehensweise von Krankenkassen und Unternehmen."
 
Ebenfalls positiv fällt die Bilanz über alle Altersgruppen hinweg aus: Beschäftige mit familienversicherten Kindern waren mit 15,1 Tagen durchschnittlich 2,5 Tage weniger krankgeschrieben als Erwerbstätige ohne mitversicherte Kinder.
 
Die Auswertung des Gesundheitsreports ergab, dass in Rheinland-Pfalz 30,7% der erwerbstätigen Männer zwischen 30 und 44 Jahren mit einem oder mehreren familienversicherten Kindern bei der TK versichert waren. Bei den Frauen waren es 34%.

Quelle: TK Rheinland-Pfalz


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