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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
20. Juni 2012

Reserve der Krankenversicherung steigt auf 20 Milliarden Euro

Die Krankenkassen legen immer mehr Geld zurück. Gesundheitsminister Bahr drängt sie dazu, das Geld zumindest teilweise den Versicherten zurückzugeben. Bislang stieß der Appell auf taube Ohren.

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Wegen geringer Ausgabensteigerungen und guter Einnahmen ist das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen zum Ende des ersten Quartals auf rund 11,5 Milliarden Euro gewachsen. Dazu kommt eine Reserve von rund 8,5 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds, der Geldsammelstelle der Kassen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Minister Daniel Bahr (FDP) ermahnte die Kassen, Überschüsse müssten den etwa 70 Millionen Versicherten zugutekommen. «Das kann zum Beispiel durch Leistungsverbesserungen und Prämienzahlungen geschehen.»

Es gebe Kassen, deren Reserven die vorgeschriebene Höhe um ein Vielfaches überschreiten, so das Ministerium. «Gegenwärtig lassen aber nur etwa 10 überwiegend kleinere Krankenkassen mit rund 700.000 Versicherten ihre Mitglieder durch Prämien an ihrer positiven Finanzentwicklung partizipieren.»

Ende vergangenen Jahres betrugen die Reserven bei den Kassen noch rund 10 und beim Fonds rund 9,5 Milliarden Euro. Nun sind es unterm Strich 500 Millionen Euro mehr. Im 1. Quartal fuhren die Kassen einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro ein, bei Ausgaben von rund 46 Milliarden.

Die Ausgaben der Kassen stiegen je Versicherten um 3,5 Prozent. Der offizielle Schätzerkreis für die Krankenversicherung nahm im Oktober noch einen Ausgabenanstieg von 4,5 Prozent für 2012 an. Die Arzneiausgaben sind nach einem deutlichen Rückgang wieder um 3,7 Prozent gewachsen.

Bahr sagte an die Adresse führender Kassenmanager: «Angesichts der aktuellen Zahlen besteht überhaupt kein Anlass, (...) bereits wieder eine defizitäre Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen an die Wand zu malen.» Das Ministerium erwartet zwar geringere Überschüsse bis zum Jahresende, doch könne auch im Gesamtjahr mit einer positiven Finanzentwicklung gerechnet werden.

Die AOKen erzielten einen Überschuss von rund 553 Millionen Euro, die Ersatzkassen von rund 568 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen von 165 Millionen Euro.

Der Gesundheitsfonds verzeichnete von Januar bis März ein Defizit von gut 1 Milliarde Euro. Dies liege aber nur daran, dass die Beitragseinnahmen des Fonds saisonbedingten Schwankungen unterliegen. «Die finanzielle Situation des Gesundheitsfonds wird sich anders als bei den Krankenkassen daher im weiteren Jahresverlauf deutlich verbessern.»

Insgesamt verbuchten Kassen und Gesundheitsfonds im 1. Quartal einen Überschuss von rund 462 Millionen Euro nach 950 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2011.


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