Samstag, 15. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Darzalex
Darzalex
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
03. Dezember 2015

Referentenentwurf Pflegeberufe: Mangel statt Lösung

Fachgespräch des Bündnis für Altenpflege zeigt ungeklärte zentrale Punkte bei Ausbildungsinhalten und Praktikumseinsätzen. Mit dem Entwurf des geplanten Pflegeberufsgesetzes hat die Bundesregierung zwar gezeigt, wo sie hinmöchte, den konkreten Weg aber weitgehend im Dunklen gelassen. Dies kritisiert das Bündnis für Altenpflege, das Politiker, Pflegeexperten und Verbandsvertreter zu einem Fachgespräch zusammengebracht hat.

Anzeige:
Bevacizumab

"Die wichtigsten Fragen sind weiterhin offen, etwa wie viel Zeit die Auszubildenden künftig wirklich in den Betrieben der stationären und ambulanten Altenpflege verbringen sollen, um wichtige Praxiserfahrung im Umgang mit älteren Menschen zu sammeln", sagt Bündnissprecher Peter Dürrmann.

Zu Beginn des Fachgespräches hatte der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek den Referentenentwurf erläutert, auch Fachpolitiker der Regierungsparteien nahmen teil. "Die wesentlichen Risiken sind nicht ausgeräumt, etwa die von Experten befürchteten millionenschweren Mehrkosten oder der errechnete Wegfall von tausenden Ausbildungsplätzen im Bereich der Altenpflege, weil Betriebe durch die neue Struktur der Ausbildung überfordert wären", so Bernd Meurer Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). "Auch praktische Fragen, zum Beispiel wie die tausenden von Auszubildenden künftig Praktika in Spezialbereichen wie der Kinderkrankenpflege sammeln sollen, habe die Bundesregierung nicht beantworten können", machte Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) deutlich.

"Die beiden beteiligten Ministerien haben offenbar einen politischen Minimalkonsens in einen Gesetzentwurf gegossen, der bisher nur eine leere Hülle ist", kritisiert Dürrmann. Alle wichtigen inhaltlichen Fragen wurden an eine geplante Facharbeitsgruppe delegiert. "Wir nehmen die Gesundheitspolitiker der Regierungskoalition mit ihrer Ankündigung ernst, einem Gesetz nur dann zustimmen zu wollen, wenn zuvor alle grundsätzlichen Fragen der Finanzierung, der Ausbildungsinhalte und der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze geregelt sind." Die Ergebnisse der Facharbeitsgruppe müssten also vorliegen, bevor der Bundestag eine Entscheidung treffen könne. Das haben der Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek und der Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erwin Rüddel beim heutigen Fachgespräch erneut zugesagt.

In dem Gespräch wurde deutlich, dass mehrere große Landesverbände des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nicht zuletzt aufgrund des Referentenentwurfs beabsichtigen, die generalistische Ausbildung abzulehnen.

"Wir begrüßen jede Weiterentwicklung der Pflegeberufe, die uns bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft helfen. Genau deshalb muss aber vor einer Entscheidung sicher sein, dass gerade für die Altenpflege auch in Zukunft Fachkräfte in großer Zahl und mit hoher Fachkenntnis ausgebildet werden können", so der Sprecher des Bündnis für Altenpflege.

Quelle: VDAB


Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Referentenentwurf Pflegeberufe: Mangel statt Lösung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.