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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. Mai 2017

Erstmalig Rahmenvereinbarung für stationäre Kinder- und Jugendhospize

Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. (DKHV e.V.) hat gemeinsam mit anderen Organisationen die erste Rahmenvereinbarung für stationären Kinderhospize unterschrieben. Diese regelt den Umfang und die Inhalte der stationären Kinderhospizarbeit. Der DKHV e.V. war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt und begrüßt die guten Ergebnisse.
„Vor über 25 Jahren hatten 6 Familien unseres Vereines die Idee ein stationäres Kinderhospiz in Deutschland zu gründen“, blickt Martin Gierse, Geschäftsführer des DKHV e.V., zurück.  Mit der ersten eigenen Rahmenvereinbarung für stationäre Kinderhospize finde ihr Anliegen nun auch die umfängliche formelle Anerkennung stationärer Kinderhospizarbeit. Dies sieht der DKHV e.V. als Meilenstein für die stationäre Kinder- und Jugendhospizarbeit.

Mit der Rahmenvereinbarung wurden viele wesentliche Inhalte der Arbeit erstmalig erfasst. „Wir freuen uns besonders, dass nicht nur die Begleitung der erkrankten jungen Menschen anerkannt wird, sondern auch ihre Eltern und Geschwister zum Teil Berücksichtigung finden.“, so Martin Gierse. Darüber hinaus ist festgelegt, dass junge Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren Anspruch auf einen Aufenthalt im Kinder- und Jugendhospiz haben. Erstmals sei auch erfasst, dass die Krankheitsbilder sich wesentlich von denen von Erwachsenen unterscheiden.  Dies schafft Klarheit, wenn es um die Genehmigung von Aufenthalten geht. „Kinder mit lebensverkürzender Erkrankung und ihre Familien brauchen Verlässlichkeit“, führt Gierse aus. Die Rahmenvereinbarung trage dazu bei.

Gaby Letzing, Leiterin des Kinderhospizes Löwenherz in Syke, die gemeinsam mit zwei Kollegen für den DKHV e.V.  an den Verhandlungen beteiligt war, freut sich über das Ergebnis: „Die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit lebensverkürzender Erkrankung und ihrer Familien sind in diesem neuen Vertrag erstmalig beschrieben worden. Gerade die neuen Orientierungsgrößen für den Personalbedarf für die Pflege und die psychosoziale Begleitung der erkrankten Kinder und ihrer Zugehörigen wird zur Klarheit bei den Verhandlungen mit den örtlichen Krankenkassen beitragen. Das wird uns helfen, den hohen Personalbedarf in den stationären Kinder- und Jugendhospizen finanziell auf eine sicherere Basis zu stellen. Die Verhandlungsatmosphäre mit dem GKV-Spitzenverband war sehr lösungsorientiert und wertschätzend, dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken“.
 
„Die neue Rahmenvereinbarung sollte nun rasch umgesetzt werden, damit  jede betroffene Familie davon profitieren kann“, fordert Gierse. Gleichzeitig macht der Verein darauf aufmerksam, dass – wie für die ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit auch – die Kinder- und Jugendhospize weiterhin in erheblichem Umfang auf Unterstützungen von Spendern und Stiftungen angewiesen sind, da längst nicht alle der wichtigen Angebote der Kinderhospize Krankenkassenleistungen sind.
 
Allerdings ist es schon heute eine große Herausforderung neben der Finanzierung auch ausreichend erfahrene und engagierte Pflegekräfte für die intensive Pflege der schwerkranken Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. verfolgt diese Entwicklung besorgt und setzt sich in Gesprächen mit anderen Verbänden und Politikern weiter für eine Verbesserung ein.
 
Weitere Informationen des DKHV e.V. zur Hospiz- und Palliativversorgung:
https://www.deutscher-kinderhospizverein.de/politik-interessenvertretung/
 
Einblick in die Rahmenvereinbarungen:
https://www.deutscher-kinderhospizverein.de/fileadmin/user_upload/pdf/Rahmenvereinbarung____39a_Abs_1_Satz_8_SGB_V_Kinderhospize_Unterschriftenfassung.pdf

Quelle: Deutscher Kinderhospizverein e.V.


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