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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
10. Oktober 2017

Qualitätsoffensive trifft Krankenhäuser

Qualität in der stationären Versorgung ist eines der großen Themen zwischen Politik und Selbstverwaltung. Das Krankenhaus steht im Mittelpunkt einer durch den Gesetzgeber verordneten Qualitätsoffensive. Ein guter Grund, sich auch im Rahmen des 40. Deutschen Krankenhaustages vom 13. bis 16. November 2017 in Düsseldorf mit den konkreten Anforderungen und Auswirkungen der Gesetzgebung des Krankenhausstrukturgesetztes (KHSG) zu beschäftigen.
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Klar ist, dass der stationäre Sektor wie kein anderer Bereich in der Gesundheitsversorgung Vorreiter in Sachen Qualität ist. Auch der aktuelle Qualitätsreport macht einmal mehr deutlich, welch hohes Qualitätsniveau die deutschen Krankenhäuser erreicht haben: So gibt es von über drei Millionen Datensätzen lediglich 1.761 Auffälligkeiten nach Abschluss des Strukturierten Dialogs. Das Ergebnis belegt, dass 99% der Krankenhäuser qualitativ hochwertig arbeiten.

Das ist kein Grund zur Untätigkeit. Die Qualität der stationären Versorgung soll und muss ständig weiterentwickelt werden. Die Krankenhäuser unterstützen die Qualitätsoffensive und arbeiten konstruktiv an der ständigen Verbesserung mit. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die gemessene und nachgewiesene Qualität viele Diskussionen über Qualitätsprobleme als überzogen entlarvt.

Qualitätssicherung und -verbesserung hat auf den Krankenhausbereich immense organisatorische und finanzielle Auswirkungen, die in der Debatte Beachtung finden müssen. Im Krankenhaus-Träger-Forum am zweiten Kongresstag werden die konkreten Auswirkungen in der Praxis ein Thema sein.

Wie soll Krankenhausplanung anhand von Qualitätskriterien erfolgen, ohne dass eine ausreichende Investitionskostenfinanzierung der Länder erfolgt? Was sagt die Medizin zu den Qualitätsindikatoren und wie wird die tägliche Arbeit der Ärzte durch Qualitätsvorgaben und der verbundenen Dokumentation beeinflusst? Auch die Perspektive der Krankenhausträger wird beleuchtet. Insbesondere die als Fehlentwicklung eingeschätzte Fortführung der steigenden Strukturqualitätsanforderungen – Personalausstattungsvorgaben sind nur ein Beispiel – wird thematisiert werden. Unrealistische Vorgaben, die nicht zu erfüllen sind, steigern keine Qualität. Im Gegenteil: Der immer weiter steigende Dokumentationsaufwand nimmt den Ärzten und Pflegekräften im Krankenhaus zunehmend Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben am Pateinten. Von einer neuen Regierungskoalition erwarten die Krankenhäuser eine deutliche Begrenzung der Kontrollbürokratie bei der Qualitätssicherung. Ganz konkret sollte der Anteil der Arbeitszeit für Dokumentation und Bürokratie auf maximal 20% begrenzt werden. Eine Maßnahme zur Verbesserung der Qualität, die der Patienten direkt zu spüren bekommen würde.

Als zentrales Informations- und Diskussionsforum führt der Deutsche Krankenhaustag die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammen und bietet die Möglichkeit, in gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen über die spezifischen Herausforderungen der jeweiligen Bereiche zu diskutieren. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.600 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im Kongressprogramm unter www.deutscher-krankenhaustag.de.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)


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