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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
27. August 2019

Mehr Qualität bei psychologischen Gesundheitsangeboten im Internet – BDP vergibt Gütesiegel

Über 6 Millionen Treffer ergibt eine Internetrecherche zum Stichwort „App psychische Gesundheit“. Verbraucher können hier kaum mehr durchblicken – und vertrauen sich möglicherweise Programmen an, die im besten Fall nicht helfen und im schlechtesten Fall sogar schaden. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sorgt mit seinen neuen Gütesiegeln für mehr Qualität und Transparenz auf dem Markt. Ab sofort können sich App-Anbieter sowie deren Anwender zertifizieren lassen.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will mit seinem Digitale-Versorgung-Gesetz Apps zwar in das Gesundheitssystem aufnehmen, aber die Wirksamkeit soll erst nach einem Jahr nachgewiesen werden. Das heißt, Ärzte sollen diese Apps auf Kosten der Krankenkassen bereits verordnen, bevor diese überhaupt nachgewiesen haben, dass sie die Versorgung der Patienten verbessern.

Umfangreiche Qualitätsüberprüfung

Die besorgniserregende Entwicklung hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen zum Anlass genommen, mit wissenschaftlicher Expertise ein eigenes Gütesiegel für Online-Angebote zur psychischen Gesundheit zu entwickeln. Anbieter und Anwender von psychologischen Gesundheits-Apps, die sich vom BDP zertifizieren lassen wollen, müssen einen gründlichen Prozess der Qualitätsüberprüfung durchlaufen. Die angebotenen Programme werden in folgenden Bereichen getestet:
 
  • Effektivität der Intervention
  • Psychologische Professionalität der an der App beteiligten Personen 
  • Datenschutz 
  • Transparenz und Nutzerfreundlichkeit / Usability.

Eine App wird nur dann mit einem Zertifikat ausgezeichnet, wenn die Inhalte auf gesicherten psychologischen Erkenntnissen beruhen und die Effektivität der Maßnahme durch Studien bestätigt wurde. Der BDP geht mit seinem Kriterienkatalog weit über die Maßstäbe im Gesetzentwurf von Minister Spahn hinaus und trägt so zu mehr Qualität auf diesem wachsenden Markt bei. 

Gerade Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden, sollen vor unseriösen oder ineffektiven Angeboten im Internet geschützt werden. Julia Scharnhorst, Vorsitzende der Sektion Gesundheitspsychologie im BDP und Leiterin der Expertengruppe: „Wir finden es besonders bedenklich, wenn psychisch erkrankte Menschen von Internet-Angeboten zweifelhafter Qualität davon abgehalten werden, sich frühzeitig in qualifizierte Therapie zu begeben.“

Erste zertifizierte App erhältlich

Die Wirksamkeit der ersten zertifizierten App „DE-RENA“ konnte in einer randomisierten kontrollierten Studie nachgewiesen werden. Im Reha Zentrum Bad Salzuflen erhalten Patienten bereits die Möglichkeit, die Nachsorge in einer Kombination aus App und telefonischem Coaching in Anspruch zu nehmen. „Die Nachsorge ist für die Patienten oft mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, nicht immer haben sie die Möglichkeit, eine passende Gruppennachsorge in ihrer Nähe zu finden oder können diese zeitlich nicht mit Beruf und Familie vereinbaren“, erklärt Klaus Welling (Binacon), „DE-RENA unterstützt bei der Integration der neu erlernten Fähigkeiten im Alltag und bietet mit der Begleitung durch den persönlichen Coach aus der Klinik eine Beziehungskontinuität“. 

Ein solches höheres Maß an Flexibilität und Individualisierbarkeit kann durch den Einsatz von Gesundheits-Apps erreicht werden – aber eben nur, wenn diese nachgewiesenermaßen evidenzbasiert sind. Dies garantiert der BDP mit seinem Gütesiegel „Geprüftes psychologisches Online-Angebot“.

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychologen – BDP


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