Donnerstag, 22. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. Juni 2016

Pharmapreise unter Dauerstress

Es spricht vieles dafür, dass die politische Luft für Arzneimittelpreise in Zukunft noch dünner werden wird. Im März 2015 hatte sich bereits die Europaregion der Weltgesundheitsorganisation in Kopenhagen getroffen. Es ging um die Frage, wie sich die Länder in Zukunft die immer teurer werdenden Arzneimittel leisten können. Ergebnis war, dass nur wenige Länder Methoden und Verfahren anwenden, um den Patientenzugang zu neuen Arzneimitteln zu ermöglichen und dabei gleichzeitig deren Kosten für die Gesundheitssysteme im Griff zu behalten.

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Die Art und Weise, in denen in manchen Ländern Pharmapreise mit den Herstellern verhandelt werden, erscheinen der WHO Europa-Region regelmäßig als undurchsichtig und intransparent. Die WHO-Studie stellt fest, dass die Länder ihre Kooperationen festigen und mehr Erfahrungen austauschen müssen. Damit soll vor allem Transparenz gesichert werden. Erst danach wird die Preis- und Erstattungspolitik im Sinne eines verbesserten Patientenzugangs und der Bezahlbarkeit erfolgreicher werden.

Pharmapreise auf dem G7-Gipfel

Um das Thema auf der politischen Agenda weiter zu befördern, wurde Frankreichs Premierminister Francois Hollande gebeten, die Teilnehmer des G7-Gipfels in Japan zu bitten, eine internationale Pharma-Strategie zu formulieren. Sie soll besseren Zugang für Patienten zu neuen Arzneimitteln sicherstellen und zugleich die Kostenspirale stoppen.

Die Kosten von Arzneimitteln werden inzwischen weltweit als Problem gesehen wird und sind auf der Agenda der ganz großen Politik angekommen. Die geforderten Preise werden immer öfter als überhöht und nicht mehr nachvollziehbar wahrgenommen. Das Hinterfragen unerklärlicher oder ungerechtfertigter Preiserhöhungen von Pharma-Unternehmen wird zum globalen Trend. Besonders ungewöhnlich erscheint aus europäischer Sicht, dass dieses Thema sogar in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf Einzug gehalten hat.

Es stellt sich die Frage, ob es Pharma-Unternehmen gelingt, sachgerecht gegenzusteuern. Im Grundsatz sind zwei Optionen erkennbar: Die Industrie kann ihre Preispolitik umstellen und billiger werden oder sich anderen, sinnvolleren, Geschäftsmodellen zuwenden. Viele sind sich heute sicher, dass die Pharmaindustrie wesentlich mehr kann, als nur Arzneimittel zu verkaufen.

Am 27. / 28. Oktober treffen sich Entscheider und Gestalter aus Pharma-Unternehmen zum ersten Pharma-Colloquium (www.Pharma-Colloquium.de). In dieser gemeinsamen DenkWerkstatt soll überlegt werden, wie die weitreichenden Fähigkeiten, das umfassende Wissen und die vorhandenen Ressourcen von Arzneimittelherstellern für eine bessere Patientenversorgung eingesetzt werden können.

Quelle: Innov8


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
Studie+zu+Online-Programm+zur+Stressreduktion+ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der...

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
Brustkrebs%3A+Frauen+mit+Metastasen+im+Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr...

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
Junge+Krebspatienten%3A+Ausbildung+und+Familie%2C+aber+auch+Angst+und+Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren...

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
Frauen%C3%A4rzte+der+GenoGyn+fordern+Ma%C3%9Fnahmen+gegen+riskanten+Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen...

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
Wegweiser+%E2%80%9ELeben+mit+Krebs+in+Hessen%E2%80%9C+hilft+Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Pharmapreise unter Dauerstress"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.