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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. Oktober 2017

Finanztest: Pflegezusatzversicherung ist nicht immer eine gute Wahl

Wer für den Pflegefall vorsorgen will, schließt oft eine Pflegezusatzversicherung ab. Das Ziel: eine mögliche Versorgungslücke zu schließen. Doch private Pflegezusatzversicherungen sind nicht in jedem Fall sinnvoll. Pflege ist oft teuer. Vor hohen finanziellen Belastungen kann eine private Pflegezusatzversicherung schützen. Allerdings ist eine solche Police nach Ansicht der Stiftung Warentest nur sinnvoll, wenn Versicherte die Beiträge lebenslang aufbringen können. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten nach der Untersuchung von 31 Pflegetagegeldtarifen und vier Pflegekostentarifen für die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 11/2017).
Im Test schnitten für den 55-jährigen Modellkunden 18 von 31 geprüften Pflegetagegeldtarifen gut ab. Und das für etwa 87 Euro Beitrag im Monat. Die Tester bewerteten sowohl das Leistungsniveau im Verhältnis zum Beitrag als auch die Vertragsbedingungen. Für 45-jährige Modellkunden fand "Finanztest" zwei sehr gute Tarife.

Die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung, den sogenannten Pflege-Bahr, empfehlen die Warentester nicht. Diese Absicherung ist laut "Finanztest" verhältnismäßig teuer und schließt die Versorgungslücke nicht.

Wer langfristig ein sicheres und ausreichend hohes Einkommen hat, so dass er die Beiträge und die absehbaren Beitragserhöhungen lebenslang aufbringen kann, ist grundsätzlich mit einer Pflegezusatzversicherung gut bedient. Ein guter Zeitpunkt für den Abschluss ist mit Anfang Mitte 50. Wer bereits mit Mitte 40 in einer beruflich gesicherten Situation ist, sollte den Abschluss nicht hinauszögern.

Wer aber ein begrenztes Einkommen hat und weiß, dass sich das auch im Alter voraussichtlich kaum ändern wird, sollte einen Abschluss gut abwägen, raten die Experten. Der Grund: Muss die private Zusatzversicherung gekündigt werden, verliert der Kunde nicht nur den Versicherungsschutz, sondern erhält auch das eingezahlte Geld nicht zurück.

Quelle: dpa


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