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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
27. Juni 2019

Rheinland-Pfalz: Pflegekräfte sind häufiger krankgeschrieben als andere Berufsgruppen

Die Pflege von alten und kranken Menschen ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die Körper und Seele sehr beanspruchen kann. Hinzu kommt, dass der wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen ein sich verschärfender Fachkräftemangel gegenüber steht. In ihrem aktuellen Gesundheitsreport hat die Techniker Krankenkasse (TK) die Gesundheit Pflegender in den Fokus gerückt. Die Ergebnisse dieser Auswertung sind besorgniserregend: So waren bei der TK versicherte Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz im Jahr 2018 durchschnittlich gut eine Woche länger krankgeschrieben als Arbeitnehmer insgesamt. Während Berufstätige im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 16 Tage krankgeschrieben waren, blieben Pflegekräfte im Land krankheitsbedingt nahezu 24 Tage der Arbeit fern.
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Die meisten krankheitsbedingten Fehltage von Pflegekräften gingen mit durchschnittlich 4, 8 Fehltagen auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen (2,9 bei Beschäftigte im Land insgesamt). Pflege geht aber nicht nur zu Lasten der Rückengesundheit und des Bewegungsapparats, sondern beansprucht offenbar auch die Nerven: So entfielen in dieser Branche 4,5 Krankheitstage auf psychische Störungen (2,4 Tage auf die Gesamtheit rheinland-pfälzischer Arbeitnehmer).

Alarmierend ist zudem die Menge der verordneten Arzneimittel für Pflegekräfte. Rheinland-Pfalz führt hier die Spitze der Bundesländer an. Das Verordnungsvolumen liegt mehr als 10% (319 Tagesdosen) über dem Bundesdurchschnitt (288 Tagesdosen). Hierbei wurden häufig Arzneimittel zur Behandlung des Nervensystems -überwiegend Antidepressiva – verschrieben. Nahezu jede neunte Pflegekraft erhielt im vergangenen Jahr Medikamente mit stimmungsaufhellender Wirkung (dem gegenüber steht jeder sechste Arbeitnehmer insgesamt). Hinzu kommt, dass nicht nur mehr Pflegekräfte Antidepressiva einnehmen, sondern auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

"Diese Daten zeigen deutlich, dass Maßnahmen zur Entlastung der Alten- und Krankenpflege dringend erforderlich sind. So hat man sich beispielsweise darauf verständigt, die Vergütung von Pflegekräften, die in Kliniken arbeiten, ab dem Jahr 2020 aus dem Fallpauschalensystem herauszunehmen und vollumfänglich zu finanzieren", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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