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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. Juni 2013

Otte: "Hochwertige deutsche Arztausbildung ist gefährdet"

Die Medizinstudierenden des Hartmannbundes sind besorgt über die aktuelle Vereinbarung zwischen Europäischer Kommission, Ministerrat und dem Parlament der Europäischen Union, die Mindestausbildungszeit für das Medizinstudium europaweit von sechs auf fünf Jahre zu reduzieren.

"Damit ist eingetroffen, was wir bereits vor Monaten befürchtet haben. In Brüssel werden realitätsferne Entscheidungen am Reißbrett getroffen, die die hohe Qualität unserer ärztlichen Ausbildung in Deutschland gefährden“, kommentierte Kristian Otte, der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, die Vereinbarung. Auch wenn es aus Brüssel heiße, es handele sich nicht um eine Regelstudiendauer, sondern nur um eine Mindestausbildungsdauer, innerhalb derer mindestens 5.500 Unterrichtsstunden zu absolvieren seien, sei nunmehr der Weg frei für eine Legalisierung des fünfjährigen Medizinstudiums. "Damit unterstützt Brüssel auch die Befürworter einer nicht nur kürzeren, sondern auch kostengünstigeren Arztausbildung. Dem werden sich in Zukunft möglicherweise auch Länder anschließen, die heute noch von der Qualität ihrer sechsjährigen Ausbildungsdauer überzeugt sind", prognostizierte Otte. Am Ende stehe der "Arzt in fünf Jahren", dessen theoretische wie praktische Ausbildung in ein Korsett gezwungen werde, das - einmal geschnürt - schwer wieder abzustreifen sei. 

Seit Bekanntwerden der Brüsseler Pläne im Herbst vergangenen Jahres spricht sich der Hartmannbund gegen die Verkürzung der Mindestausbildungsdauer von sechs auf fünf Jahre aus. In einer internen Hartmannbund-Umfrage haben sich mehr als 2.000 studentische Mitglieder diesem Votum angeschlossen. Zuletzt lehnte auch der 116. Deutsche Ärztetag auf Initiative von Delegierten des Hartmannbundes eine Verkürzung der Mindestausbildungsdauer auf fünf Jahre ab.

Quelle: Hartmannbund


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