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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. Juni 2014

NSU und Rechtsextremismus - Ursachen, Hintergründe, Folgen

Seit langem versuchen Untersuchungsausschüsse und ein Gericht zu ergründen, wie es zur Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) kommen konnte und ob die Greueltaten hätten verhindert werden können. Aus der Wissenschaft gab es bisher zu dieser Thematik nur wenige Aussagen. Das soll sich bei der 27. Jahrestagung des Forums Friedenspsychologie e. V. ändern, zu der mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom 19.-22. Juni 2014 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena erwartet werden.

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27. Jahrestagung Friedenspsychologie vom 19.-22. Juni 2014 an der Universität Jena
 
Unter dem Titel „Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsextremismus und aktuelle Beiträge der Friedenspsychologie“ wollen die Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten, aus Politik und Journalismus und der engagierten Zivilgesellschaft über die Ursachen, Hintergründe und Folgen der NSU-Taten und allgemein der aktuellen Facetten des Rechtsextremismus sowie über Präventions- und Interventionsansätze diskutieren. Auch mit den Aufgaben und Möglichkeiten der Friedenspsychologie wird sich die Tagung befassen. Die interessierte Bevölkerung ist eingeladen, an den zahlreichen öffentlichen Podiumsdiskussionen (19.6., 19 Uhr; 20.6., 17 Uhr) und Vorträgen (20.6., 10.30 Uhr; 21.6., 11.30 Uhr; 21.6., 17 Uhr) teilzunehmen. Das vollständige Programm der Tagung ist zu finden unter: http://conference.friedenspsychologie.de.

"Wir erwarten nicht, dass wir die abscheuliche Mordserie aufklären oder unbekannte Details zu diesen Fällen ermitteln werden", sagt Prof. Dr. Wolfgang Frindte von der Universität Jena, der gemeinsam mit seinem Team die Konferenz organisiert hat. "Wir sind ebenso wie das Gericht auf die veröffentlichten Ermittlungsergebnisse der Behörden und Aussagen der Beteiligten angewiesen", verweist der Kommunikationspsychologe auf die Grenzen. "Wir können aber die Hintergründe, die Milieus analysieren, in denen Extremismus gedeiht", so Frindte weiter. "„Und wir wissen aus eigenen Forschungen ziemlich viel über die Rahmenbedingungen und die Strukturen des Rechtsextremismus. Dies wollen wir während der Konferenz mit den Forschungen anderer Wissenschaftler vergleichen und diskutieren und dabei auch die engagierte Zivilgesellschaft einbinden. Denn um in Zukunft ähnliche Taten verhindern zu können, muss das Wissen gebündelt und allen Interessierten Gruppen zur Verfügung gestellt werden." Auch fordert Prof. Frindte einen offenen Zugang der Wissenschaft zu den Ermittlungsergebnissen.

Dass die Tagung in diesem Jahr in Jena stattfindet, ist für den engagierten Extremismusforscher kein Zufall: "Aufgrund der Herkunft von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe ist Thüringen besonders gefordert, an der Aufklärung der Taten mitzuwirken. Die Gründung des Kompetenzzentrums Rechtsextremismus an der Friedrich-Schiller-Universität, das Kooperationspartner der Tagung ist, war ein richtiger und wichtiger Schritt. Die Tagung soll hieran anknüpfen und die Vernetzung von Wissenschaft, Politik und der engagierten Öffentlichkeit vorantreiben." Dass die Konferenz auch vom Thüringer Kultus- und vom Sozialministerium, der Stadt Jena und vielen weiteren Partnern gefördert wird, zeige, dass das Netzwerk bereits funktioniere.

Eine Anmeldung zur Konferenz ist bis Tagungsbeginn möglich.
 
Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen"
 Ergänzend zur Tagung wird vom 19. bis 28. Juni die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" im Uni-Campus (Carl-Zeiß-Str. 3) zu sehen sein. Erarbeitet wurden die 22 Tafeln vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e. V. in Nürnberg. Sie werden in Kooperation mit KoKont Jena und der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt. Am 27. Juni findet um 17 Uhr eine Finissage im Hörsaal 4 statt.

Quelle: Universität Jena


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