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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
08. Februar 2013

Nordrheins HNO-Ärzte setzen Protest fort: Vielerorts bleiben HNO-Praxen freitags für Kassenpatienten geschlossen

Der Streit um angemessene Honorare für HNO-Ärzte in Nordrhein geht in die zweite Runde: Nach ersten Protestmaßnahmen der HNO-Ärzte erhöhte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) die Honorare von 22,07 um 1,70 auf 23,77 Euro pro Quartal und Patient. Laut HNOnet NRW, einem Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte, sei dies ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Für die HNO-Ärzte sei immer noch kein kostendeckendes Arbeiten möglich. Als Konsequenzen kündigten sie verkürzte Sprechzeiten - vielerorts bleiben HNO-Praxen freitags für Kassenpatienten geschlossen -, verringerte Leistungen und einen fortschreitenden Personalabbau an.

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„Vor allem personal- und geräteintensive Leistungen wie aufwendige Schwindeldiagnostik, Untersuchungen des Hörgleichgewichtsnerven und Ultraschalluntersuchungen werden künftig aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr regelmäßig angeboten. Leistungen, die medizinisch nicht zwingend notwendig sind, bisher aber häufig noch ohne Zuzahlung erbracht wurden, müssen in Zukunft als Wahlleistung berechnet werden“, führt Dr. Uso Walter, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks, aus. Auch eine Reduktion der Kassensprechzeiten auf die gesetzliche Mindestdauer von 20 Stunden wird sich laut Walter in vielen Fällen nicht vermeiden lassen. Stattdessen werden freitags vielerorts Selbstzahlersprechstunden angeboten. Diese Maßnahmen werden regional koordiniert und umgesetzt. Eine Notfallversorgung wird in jedem Fall gewährleistet sein.

Hintergrund: Im Januar einigten sich KVNo und die Krankenkassen des Landesteils auf 128 Millionen Euro, das der KV Nordrhein 2013 mehr zur Verfügung steht. Dieses Geld verteilte die KVNo unter den Haus- und Fachärzten in Nordrhein. Für die HNO-Ärzte bedeutet diese Verteilung eine Steigerung der Honorare um 1,70 Euro pro Quartal und Patient. Damit hätte laut HNOnet NRW die KVNo die Chance verpasst, die hohen Nachzahlungen der Krankenkassen zum Verlustausgleich der am meisten betroffenen Fachgruppen zu nutzen. „Völlig unverständlich ist für uns auch die Genehmigung dieser Honorarverteilung durch die grüne Landesgesundheitsministerin Steffens. Als zuständige Aufsichtsbehörde hätte das Landesgesundheitsministerium die Chance gehabt, die Fehlverteilung von Versichertengeldern durch die KV zu verhindern“, so Walter. „So ist sie mit verantwortlich, wenn es vor allem in strukturschwachen Regionen zu weiteren Praxisschließungen kommt und die Versorgung hier  in Zukunft nicht mehr gewährleistet ist“.

Das HNOnet NRW prüft aktuell juristische Schritte gegen die KVNo. „Sie wird ihrem Sicherstellungsauftrag offensichtlich nicht gerecht, wenn sie Honorare zahlt, die nicht einmal die laufenden Kosten decken und die weit unter den sonst in Deutschland gezahlten Honoraren für HNO-Ärzte liegen.“
 
 

Quelle: HNOnet NRW


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