Mittwoch, 4. August 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
15. Juli 2021

Aiwanger: Nichtimpfen ist Freiheitsrecht – „Apartheidsdiskussion“

Der impfskeptische bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lehnt jeden Impfzwang ab. „Wir dürfen nicht unter dem Eindruck von Corona von Grundrechten abweichen“, sagte der Freie-Wähler-Chef am Dienstagabend in München. „Eine Impfung ist ein medizinischer Eingriff, die Entscheidung darüber ist ein elementares bürgerliches Freiheitsrecht.“
Aiwanger hat sich bislang nicht impfen lassen und will sich dabei auch nicht von der CSU unter Druck setzen lassen, obwohl Ministerpräsident Markus Söder und die CSU nach Kräften für Impfungen werben. „Für mich wäre der Druck nur gerechtfertigt, wenn ein Geimpfter sagen könnte, der Ungeimpfte schadet mir unzumutbar“, betonte Aiwanger. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Apartheidsdiskussion kommen“, sagte der Minister der „Frankfurter Algemeinen Zeitung“.

Dazu bemerkte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) laut Mitteilung: „Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Schüsse auch auf Kinder waren Kennzeichen der Apartheid. Dies mit Corona-Schutzmaßnahmen gleichzusetzen ist unerträglich.“

Aiwanger führte weiter aus: „Jetzt die Torschlusspanik zu bekommen, weil wir bisher 50% vollständig Geimpfte haben und nicht 60 oder 70%, halte ich für übertrieben.“ Zwang sei das falsche Rezept, weil dies nach seiner Überzeugung nur die Widerstände in Teilen der Bevölkerung verstärken würde.

Der stellvertretende Ministerpräsident wies Kritik zurück, dass seine Haltung Impfgegner befeuere, die grundsätzlich gegen jegliche Impfungen sind. Denn diese würden nach Aiwangers Überzeugung die Corona-Impfung auch ohne ihn ablehnen. „Der harte Kern der Impfgegner braucht mich nicht“, sagte Aiwanger dazu. Ungeachtet der jüngsten Reibereien pro und kontra Impfen sagte er: „Die Koalition in Bayern funktioniert, läuft gut.“ Über Söder und die CSU beschwerte Aiwanger sich nur leicht: „Ich sage mal, das erschwert es unnötig.“
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Parkplätze, Jobcenter, Festivals: Länder planen neue Impf-Angebote

Erschienen am 11.07.2021Im Kampf gegen Corona sollen möglichst viele für Impfungen gewonnen werden – und Termine sind nicht mehr so knapp. Um es manchen leichter zu machen, sind jetzt vor Ort auch ungewöhnliche...

Erschienen am 11.07.2021Im Kampf gegen Corona sollen möglichst viele für Impfungen gewonnen werden – und Termine sind nicht mehr...

Quelle: dpa


Anzeige:
Sarclisa
Sarclisa
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Aiwanger: Nichtimpfen ist Freiheitsrecht – „Apartheidsdiskussion“"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose