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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

13. Mai 2014 Neuer Versorgungsvertrag für AOK-Patienten mit Niedrigrisiko-Prostatakarzinom in Berlin

Bei der sogenannten Active Surveillance-Methode werden Patienten mit Niedrigrisiko-Prostatakarzinom aktiv und engmaschig beobachtet. Eine invasive Behandlung erfolgt nur, wenn die Krankheit tatsächlich fortschreitet. In Berlin haben jetzt die AOK Nordost und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin einen gleichnamigen Versorgungsvertrag geschlossen. Dieser soll die Anwendung der leitliniengerechten Methode bei AOK-Patienten mit einem Prostatakarzinom in einem bestimmten, wenig bösartigen Stadium fördern, denn ein solcher wächst oft nur sehr langsam oder gar nicht.

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Berufsverband der Urologen, AOK Nordost und KV Berlin fördern Active Surveillance
 
"Nicht immer muss bei Prostatakrebs sofort eine Operation oder Bestrahlung erfolgen. Die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom sieht auch die aktive Beobachtung als Behandlungsoption vor. Gerade bei älteren Männern mit einem nicht aggressiven Karzinom ist die Chance sehr hoch, dass sie trotz der Krebserkrankung ein normales Leben ohne Beschwerden und Einschränkungen führen können. Die Active-Surveillance-Methode kann deshalb eine gute Alternative zu den nicht immer erforderlichen invasiven Therapien sein. Die aktive und engmaschige Überwachung des Tumors ermöglicht es zudem, bei Veränderungen schnell adäquat reagieren zu können", so BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder.
 
"Mit dem neuen Versorgungsvertrag wollen wir unseren Versicherten wann immer möglich sowohl die Strapazen als auch die unter Umständen möglichen Folgen von Prostata-Operationen oder Bestrahlungen wie Inkontinenz und Impotenz ersparen oder diese möglichst lange hinauszögern. Krebs ist jedoch ein sehr sensibles und angstbeladenes Thema. Die Active Surveillance-Behandlungsmethode könnte vom Patienten ohne die entsprechende Aufklärung schnell als Nichtstun interpretiert werden. Hier sollte sich der Arzt genug Zeit nehmen können, um seinen Patienten ausführlich über die Vor- und Nachteile der Therapie aufzuklären. Diesen erhöhten Zeitaufwand werden wir mit dem Vertrag auch entsprechend honorieren", erklärt Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost.
 
Der neue Vertrag nach §73c SGB V sieht zunächst ein ausführliches Arzt-Patientengespräch vor, in dem über alle infrage kommenden Therapiemöglichkeiten aufgeklärt und Vor- und Nachteile der Active Surveillance-Methode erläutert werden. Wenn der Patient seine Teilnahme erklärt, wird er einmal im Quartal zur Untersuchung des PSA-Wertes und einem anschließenden Gespräch eingeladen. In der Beratung bespricht der Arzt persönlich mit dem Patienten die Befunde der vorangegangenen Untersuchung und geht ausführlich auf dessen Fragen und Befürchtungen ein. Auf Wunsch des Versicherten können Angehörige an dem Beratungsgespräch teilnehmen. "Wir werten den Versorgungsvertrag als einen Erfolg für die sprechende Medizin", betont der Vorsitzende des Berliner BDU-Landesverbandes Dr. Peter Kühne, der die Verhandlungen für den BDU maßgeblich begleitet hat. "Sowohl das Erstgespräch als auch die quartalsweise folgenden Beratungsgespräche werden dem behandelnden Urologen zusätzlich vergütet, sofern er an diesem Vertrag teilnimmt. Die Abrechnung innerhalb des Vertrages erfolgt über die KV Berlin, die zudem auch für die Qualitätssicherung verantwortlich zeichnet", erklärt Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin.

Quelle: AOK Nordost


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