Sonntag, 16. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Vectibix
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
13. Dezember 2012

Neuer Pakt soll gegen Mangel an Altenpflegern helfen

Pfleger sind oft überlastet. Fachkräfte zu finden, ist schwer - und der Bedarf steigt. Nun soll mit einem Pflegepakt gegengesteuert werden. Doch Zweifel bleiben, ob das reicht.

Anzeige:
Kyprolis

Bund, Länder und Verbände haben eine Initiative gegen den drohenden Pflegenotstand gestartet. Im Bundesfamilienministerium in Berlin wurde dazu am Donnerstag eine Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative unterzeichnet.

Bis 2015 sollen die Ausbildungszahlen jährlich um zehn Prozent gesteigert werden. Bis zu 4.000 Pflegehelferinnen sollen nachqualifiziert werden. Die dreijährige Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit wird wieder eingeführt. Pflegehelfer mit Vorerfahrung müssen nur eine zweijährige Qualifizierung absolvieren.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte: „Das Thema Pflege ist mit Sicherheit eines der größten gesellschaftspolitischen und sozialpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre.“ Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) betonte, nach langen Diskussionen über die Bezahlung der Qualifizierung sei nun ein guter Kompromiss gefunden worden.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hob hervor: „Das ist das erste Mal, dass sich so viele Teilnehmer auf einen Pakt verständigen.“ Beteiligt sind 30 Akteure aus Bund, Ländern und Verbänden.

„Wir werden noch mehr Bedarf haben“, sagte Bahr. Bis 2030 soll die Zahl der Bezieher von Pflegeleistungen um 40% auf 3,4 Millionen steigen. Schon heute kommen auf 100 offene Stellen nur 37 suchende Altenpflegefachkräfte.

Durch gute Bezahlung und andere Maßnahmen soll die Pflege auch attraktiver werden. Die Länder plädierten für eine einheitliche Alten- und Krankenpflegeausbildung mit einer einheitlichen Finanzierung. Nun hoffen sie auf weitere Fortschritte im kommenden Jahr.

Die Branche forderte noch weit größere Anstrengungen. „In den nächsten Jahren brauchen wir 200.000 zusätzliche Pflegekräfte“, sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, der Deutschen Presse-Agentur.

Meurer, dessen Verband mehr als 7.500 Einrichtungen vor allem der Pflege versammelt, wertete die Initiative als wichtigen Baustein. „Die Umschulung hin zur Altenpflegerin wird gezahlt“, sagte er. Das sei positiv. Sein Verband habe bereits zugesagt, 4.000 Ausbildungsplätze zu schaffen. Nun müsse die Bundesagentur für Arbeit auch die entsprechenden Interessenten nennen.

Doch es müsse weit mehr passieren, forderte Meurer. „Wir haben jedes Jahr zwischen 1.500 und 2.000 Fachkräfte, die sagen: Es reicht.“ Die Politik habe es lange verschlafen, gegen den Verlust an Pflegekräften und den künftig wachsenden Mangel anzusteuern.

Nötig sei besonders eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte etwa aus Serbien oder Rumänien, aber etwa auch aus den Philippinen. Doch in Deutschland gebe es zu viele Vorbehalte, zu hohe Sprachanforderungen und eine zu spärlich ausgeprägte Willkommenskultur. Viele Zuwanderer machten um Deutschland deshalb einen Bogen und arbeiteten lieber in Schweden, Belgien oder anderen Ländern in der Pflege.


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Das könnte Sie auch interessieren
Kehlkopfentfernung – und wie geht es weiter?
Kehlkopfentfernung+%E2%80%93+und+wie+geht+es+weiter%3F
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Nicht mehr mit der eigenen Stimme sprechen zu können, ist für gesunde Menschen schwer vorstellbar. Wenn jedoch der Kehlkopf infolge einer Tumorerkrankung entfernt werden muss, wird das schnell zur Realität. Simone Kornburger, Case Managerin der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), hat einen interdisziplinären Patientenleitfaden entwickelt, der die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neuer Pakt soll gegen Mangel an Altenpflegern helfen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.