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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
02. Dezember 2020

Nationale Gesundheitsreserve soll Knappheit von Medizingütern künftig verhindern

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen.“ Wie das Corona-Kabinett der Bundesregierung beschloss, soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit bereits beschafften Masken gefüllt werden, danach mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.
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Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn in Berlin. „So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern.“ Für den Aufbau der Reserve seien 2021 im Bundeshaushalt eine Milliarde Euro vorgesehen. „Vorsorge kostet, aber Vorsorge schützt in der Krise.“ Die dauerhafte Bevorratung dürfte sicherlich Kosten im 3-stelligen Millionenbereich jährlich ausmachen.

„Nationalen Reserve Gesundheitsschutz“

Die Bundesregierung hatte Anfang Juni grundsätzlich den Aufbau einer „Nationalen Reserve Gesundheitsschutz“ beschlossen und beteiligte
Ministerien mit einem Konzept beauftragt. Hintergrund ist auch, dass zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr Schutzmasken und anderes
Material knapp waren. Der Bund stieg daraufhin in die Beschaffung ein und beschloss Anreize für inländische Hersteller. Eigene Reserven sollen in erster Linie auch weiterhin medizinische Einrichtungen und die Länder vorhalten, ehe auf Bundesbestände zugegriffen werden soll.

16 regionale Standorte

Die Nationale Reserve soll grundsätzlich dezentral verfügbar sein, wie es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Vorlage heißt. Für die erste Phase sind demnach derzeit von Seiten des Bundes über Logistikunternehmen 16 regionale Standorte vorgesehen: Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle (Saale), Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss, Unna. Dazu kommen vom Bund gemietete Lagerflächen für Handdesinfektionsmittel in Neustadt (Hessen), Muggensturm und Krefeld. Die Bundesreserve soll kompatibel zu Länderreserven sein, beraten werden soll auch über Kooperationen.

Produktionskapazitäten sichern

Konkret soll die Reserve bestimmte Mengen beschaffen und bevorraten, sich aber etwa auch Belieferungsoptionen und Produktionskapazitäten
sichern. Mit einer solchen Kombination soll der Bedarf für bis zu 6 Monate abgedeckt werden können – immer physisch verfügbar sein soll ein Mindestvorrat für einen Monat. Neben der Versorgung des Gesundheitssektors und des Bundes solle auch humanitäre Hilfe mit Schutzausstattung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Staaten ermöglicht werden können, heißt es in der Vorlage.

Günstige FFP2-Masken

Unabhängig davon hat der Bund zugesagt, dass Corona-Risikogruppen wie Älteren und Menschen mit Erkrankungen für diesen Winter pro Person
15 günstigere FFP2-Masken angeboten werden sollen – dafür dürften 27 Millionen Menschen infrage kommen. Spahn sagte dazu, es gehe um
fast 400 Millionen Masken, was nicht schnell umzusetzen sei. Dies dürfte sich daher „weit bis in den Dezember“ hineinziehen. Generell gelte für schon durch den Bund beschaffte Schutzmasken, dass aktuell nicht zuerst an die Reserve zu denken sei, sondern an die Krise.

Lieferausfälle kompensieren

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen forderte eine umfassendere Strategie gegen die Knappheit von Medizingütern. „Deutschland darf sich nicht von einigen wenigen Fabriken abhängig machen.“ Ziel müsse sein, dass der Ausfall eines Lieferanten von anderen Firmen problemlos kompensiert werden könne. Nötig seien sind eine dauerhafte Produktion im Inland kombiniert mit Bezugswegen von einer größeren Anzahl ausländischer Firmen.

Quelle: dpa


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