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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. Mai 2017

Fast jeder zweite Senior nimmt mindestens fünf verordnete Medikamente

Eine Tablette zur Senkung des Blutdrucks, eine für die Normalisierung des Cholesterinspiegels, eine weitere gegen die Schmerzen durch die Arthrose, eine Pille zur Blutverdünnung und eine Kapsel zur Reduzierung der Magensäure - so sieht häufig der tägliche Tablettencocktail eines Seniors aus. Und das ist eher die Regel als die Ausnahme. 43% der über sechzigjährigen Rheinland-Pfälzer, so hat die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) jetzt ermittelt, nimmt täglich mindestens fünf verordnete Medikamente ein. Über alle Altersklassen hinweg, ist jeder sechste von der sogenannten Multimedikation betroffen.
Schwindel, Sturzgefahr, Nierenschäden

Die verschiedenen Arzneimittelstoffe können miteinander Wechselwirkungen eingehen, die möglicherweise zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Schwindel, Gangunsicherheit, Sturzgefahr, Nierenschäden oder Magenblutungen führen. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt einen Überblick über die verordneten Medikamente hat. "Das ist nicht immer gewährleistet, denn das Magenmittel wird eventuell vom Gastroenterologen verordnet, das Schmerzmittel aber vom Orthopäden und der Blutdrucksenker vom Hausarzt", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Deshalb sollte der Medikationsplan, auf den die betroffenen Patienten seit Oktober 2016 einen gesetzlichen Anspruch haben, schnellstens auch als elektronische Version vorliegen", so Simon. Die Einführung sei im kommenden Jahr geplant, der Zeitplan sollte unbedingt eingehalten werden, forderte Simon.

Elektronischer Medikationsplan ist ein Meilenstein

Mit einem elektronischen Medikationsplan erhalten Patienten, Ärzte und Apotheker schnell einen Überblick über alle verordneten Arzneistoffe. "So lassen sich zum Beispiel Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten erkennen und vermeiden", sagt Jörn Simon. "Deshalb ist der elektronische Medikationsplan ein Meilenstein auf dem Weg zu einer größeren Arzneimitteltherapiesicherheit - ganz besonders für chronisch Kranke und ältere Patienten."

Erhöhung der Patientensicherheit

Künftig soll der Medikationsplan Teil einer elektronischen Gesundheitsakte werden und so zur Erhöhung der Patientensicherheit beitragen. Die TK arbeitet zurzeit an einer solchen elektronischen Gesundheitsakte als Angebot für ihre Versicherten. "Wichtig dabei ist, dass ausschließlich die Versicherten die Hoheit über ihre Daten haben", sagt Simon. "Sie allein entscheiden, wer einen Zugriff darauf hat."

Quelle: Techniker Krankenkasse - Landesvertretung Rheinland-Pfalz


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