Mittwoch, 14. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
27. Juni 2016

Mehrheit hält Zigaretten-Schockbilder für wirkungslos

Die große Mehrheit der Deutschen hält Schockbilder auf Zigarettenpackungen für wirkungslos im Kampf gegen die Tabaksucht. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Für 81% der Befragten sind Ekelfotos von geschädigten Organen keine wirksame Maßnahme, um Raucher zum Aufhören zu bewegen. Auf Grundlage einer EU-Tabakrichtlinie müssen ab Mitte Mai Hersteller alle neuen Zigarettenpackungen mit großformatigen Bildern versehen, um vor den Gefahren des Rauchens zu warnen.

Knapp 60% der Befragten glauben, dass die abschreckenden Fotos auch bisherige Nichtraucher nicht davon abhalten, künftig zur Zigarette zu greifen. Bei den ständigen Rauchern sind sogar 66% davon überzeugt, dass Schockbilder keine geeignete Präventionsmaßnahme darstellen. "Ob jemand zur Zigarette greift oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab", sagt DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. "Schockbilder auf Zigarettenpackungen sind nur ein Präventionsfaktor. Wir setzen auf Information und Aufklärung, die schon in den Schulen beginnt. Einen starken Einfluss hat auch, ob die Eltern rauchen oder wie stark Zigaretten im Freundeskreis akzeptiert sind."

Nach der aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit halten neun von zehn Befragten eine verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen für eine geeignete Maßnahme, um Menschen vom Rauchen abzuhalten. 83% befürworten einen konsequenteren Schutz vor dem Passivrauchen, etwa durch ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren. Für ein totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden waren 77%, für ein Verbot von Tabakwerbung 62% und für eine höhere Besteuerung von Tabakprodukten 60% der Befragten.

Die neuen Schockfotos auf den Schachteln zeigen mögliche Gesundheitsschäden durch Zigaretten, zum Beispiel verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre oder Raucherlungen. Ein großer Teil der Verpackungsfläche muss für die Bilder und passende Texte reserviert sein. Laut Umfrage finden zwei Drittel der Befragten es grundsätzlich in Ordnung, dass solche Bilder in dieser Deutlichkeit gezeigt werden - ganz unabhängig von der möglichen abschreckenden Wirkung. Bei den Nichtrauchern liegt die Zustimmung sogar bei 73%.

Deutschland setzt mit den Schockbildern auf Zigarettenpackungen eine EU-Richtlinie für Tabakprodukte um. Ziel ist es, die Raucherquote von Jugendlichen und die Zahl vorzeitiger Todesfälle zu senken. Etwa 110.000 Todesfälle pro Jahr sind in Deutschland unmittelbar auf das Rauchen zurückzuführen.

DAK-Umfrage: Maßnahmen gegen das Rauchen

Geeignete Maßnahmen, um Menschen vom Rauchen abzuhalten:

  1. Verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen (89%)
  2. Verstärkter Schutz vor dem Passivrauchen (83%)
  3. Totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden (77%)
  4. Verbot von Tabakwerbung (62%)
  5. Höhere Tabaksteuer (60%)
  6. Beschränkte Vertriebsmöglichkeiten (59%)
  7. Förderung von Rauch-Stopp-Seminaren (47%)

Repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit, 16. bis 21. Juni 2016, 1.015 Befragte über 18 Jahre.

Quelle: DAK-Gesundheit


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
Wegweiser+%E2%80%9ELeben+mit+Krebs+in+Hessen%E2%80%9C+hilft+Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mehrheit hält Zigaretten-Schockbilder für wirkungslos "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.