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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. September 2012

Mehr Wettbewerb für ein solidarisches Gesundheitssystem

Steigender medizinischer Bedarf versus begrenzte finanzielle Mittel – die Herausforderungen des demografischen Wandels diskutierten Nachwuchswissenschaftler Mitte September während eines Workshops im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) zum Thema „Gesundheitsökonomie versus Sozialmedizin“. Einen Schwerpunkt der Diskussionen bildete die Frage, wie sich das Gesundheitssystem auch in Zeiten knapper Kassen weiterhin finanzieren lasse. Dass eine Solidargemeinschaft auch in Zukunft unbedingt erhalten werden sollte, darüber war sich die junge Generation einig.

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Mehr Wettbewerb im System zu ermöglichen, so die Teilnehmer des Workshops, könnte ein Lösungsansatz sein, um Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen.  Im ersten Teil des Workshops lag der Fokus auf der wissenschaftlichen Diskussion aus sozialmedizinischer, gesundheitsökonomischer und gesundheitspolitischer Perspektive. Im zweiten Teil stand das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis auf der Agenda. Trends und aktuelle Entwicklungen wurden von Nachwuchskräften vorgestellt und diskutiert.

Den gesundheitspolitischen Blickwinkel brachte Tina Hartmann als Präsidiumsmitglied des Young Lions Gesundheitsparlamentes (YLG) mit in die Diskussion. Das YLG ist ein freiwilliger Zusammenschluss von zirka 80 gesundheitspolitisch interessierten Nachwuchskräften, die sich engagieren, um gemeinsam Ideen für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu entwickeln. Initiator des jungen Gesundheitsparlamentes ist der forschende Arzneimittelhersteller Janssen aus Neuss.


„Einer unserer fünf Ausschüsse hat sich das Thema ‚Wettbewerb‘ auf die Fahne geschrieben und stellt dafür den Vergleich mit internationalen Systemen an“, erklärt Tina Hartmann. „Ziel ist es, ein wettbewerbsorientiertes System zu schaffen, das sozial reguliert wird.“ Damit spiegelt die Arbeit des YLG die Meinung der Deutschen wider, wie eine vom Parlament initiierte repräsentative Bevölkerungsumfrage zeigt. Fast drei Viertel der Befragten meint, in Deutschland gäbe es nur ein bisschen, zu wenig oder sogar gar keinen Wettbewerb. Nur 8% geben an, es gäbe zu viel Wettbewerb. Rund die Hälfte der Befragten spricht sich für einen durch soziale Ziele regulierten Wettbewerb aus. Erste Zwischenergebnisse der Ausschussarbeit werden zum Herbst 2012 im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin erwartet.

Einen kritischen Diskurs zu den Herausforderungen einer sozial verträglichen Regulation im Gesundheitswesen, strengte der Rechtanwalt Max-Erik Niehoff, ebenfalls Präsidiumsmitglied des Young Lions Gesundheitsparlaments, an: „Im Krankheitsfall medizinische, rehabilitative und pflegerische Hilfe nach dem aktuellen Wissensstand zu erhalten, wird von den Krankenversicherten als grundlegendes Recht wahrgenommen. Dieses Recht zu bewahren muss oberster Maßstab in der Innovationsdiskussion sein.“ Eine durchdachte Regulation wird, ist Niehoff überzeugt, über den Erfolg der gesetzlichen Krankenversicherung maßgeblich mitentscheiden.

Der Vorsitzende des Workshops für Nachwuchswissenschaftler der DGSMP-Tagung Dr. David Matusiewicz, Universität Duisburg-Essen und Präsident des Young Lions Gesundheitsparlamentes, zieht sein Fazit aus den Diskussionen: „Das diesjährige Kongressthema Gesundheitsökonomie versus Sozialmedizin wurde aufgegriffen und bewusst kein Ausrufezeichen oder Fragezeichen platziert. Diskutiert wurde, ob ein Scheingegensatz vorläge oder ob es eine Schnittmenge der beiden Disziplinen gäbe.“ Deutlich wurde, dass sich beide Bereiche gegenseitig beeinflussen: Sozialmedizinische Studien zeigen, dass sich gesellschaftliche Faktoren (z.B. Bildung) auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Die gesundheitsökonomische Forschung wiederum analysiert die Auswirkungen der Gesundheit auf die Gesellschaft (z.B. indirekte Kosten durch Produktionsausfälle). „Gemeinsamer Nenner beider Fachbereiche ist die Prävention – hier sind die Potenziale längst noch nicht ausgeschöpft“, ist Dr. David Matusiewicz überzeugt.

Mehr zum Young Lions Gesundheitsparlament unter www.yl-gesundheitsparlament.de

Quelle: Janssen


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