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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. September 2016

Medienwissenschaft: TV-Sondersendungen sollen Normalität wiederherstellen

Wie greifen Sondersendungen, insbesondere "ARD Brennpunkt" und "ZDF spezial", Störungen der gesellschaftlichen Normalität auf und modellieren diese? So lautet eine der Ausgangsfragen des Forschungsvorhabens. "Störungen, die den üblichen Ablauf unterbrechen, schränken eine gesellschaftlich definierte Normalität beträchtlich ein und können Veränderungen markieren", legt Projektleiter Andreas Dörner dar, der Medienwissenschaft an der Philipps-Universität lehrt. "Andererseits regen sie zu einer Verständigung darüber an, was "normal" ist, und fordern zur Wiederherstellung der Normalität auf."

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Sondersendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens inszenieren Dörner zufolge ein komplexes Geschehen, das darin besteht, eine Störung zu konstituieren, die Entstörung zu begleiten, Entstörungsfolgen aufzuzeigen und vor allem die Wiederherstellung einer symbolischen Ordnung zu leisten. Dieser Akt weise in starkem Maße rituelle Aspekte auf, erklärt der Marburger Medienwissenschaftler.

Welche Kriterien führen zur Produktion einer Sondersendung? Wie läuft die Produktion ab, welche Entscheidung werden dabei getroffen, wer ist daran beteiligt? Wie sind die audiovisuellen Texte gestaltet? Wie läuft die Anschlusskommunikation mit dem Publikum über die Sozialen Medien? Solche und weitere Fragen bilden den Ausgangspunkt des Projekts.

Um diese zu beantworten, führen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ethnografisch eingebettete Videoanalysen durch: "Der ethnografische Feldzugang mit Interviews, Beobachtungen, Auswertung natürlicher Daten liefert Einblicke in Entscheidungs- und Produktionsprozesse", erläutert Dörner.

Darüber hinaus analysieren die Forscherinnen und Forscher alle Sondersendungen im Untersuchungszeitraum 2015/16. Ziel ist es, eine Typologie zu erstellen, mit der sich erfassen lässt, wie eine Störung der Normalität konstruiert, Entstörung bewirkt und Ordnung wiederhergestellt wird. "Wir wollen Verständnis dafür schaffen, welche Funktion diesem Prozesses in der politischen Medienkultur zukommt", sagt der Projektleiter.

Der Marburger Medienwissenschaftler Professor Dr. Andreas Dörner erhält 310.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, um Sondersendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu untersuchen. Dörner führt das Projekt unter dem Titel "Mediale Störungen" zusammen mit der Soziologieprofessorin Dr. Ludgera Vogt von der Bergischen Universität Wuppertal durch.

Quelle: Philipps-Universität Marburg


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