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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
06. Oktober 2014

Max Bürger - Ein Leben in zwei deutschen Staaten

Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vergab jahrzehntelang einen nach Prof. Dr. med. Max Bürger (1885-1966), dem Begründer der deutschen Altersforschung, genannten Preis. Max Bürger ist in einigen neueren Publikationen vorgeworfen worden, während des Zweiten Weltkrieges "Menschenversuche" durchgeführt zu haben. Das Präsidium der DGGG und der Arbeitskreis Kritische Gerontologie der DGGG haben es für notwendig gehalten, diese Vorwürfe zu überprüfen. Zu diesem Zweck hat das Präsidium der Fachgesellschaft im Februar 2013 den Historiker Prof. Dr. Wolfgang Wippermann mit der Abfassung einer Biografie beauftragt.

Die DGGG dankt Prof. Wippermann für Recherche und Erstellung der ausführlichen Biografie Max Bürgers, die voraussichtlich Anfang 2015 veröffentlicht wird. Die Biografie legt dar, dass Max Bürger während der NS-Zeit selbst keine "Menschenversuche" durchgeführt hat.
Den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Gerontologie lag die Biografie ab Juli 2014 vor und konnte somit als Grundlage für einen Mitgliederentscheid auf dem 12. Kongress der DGGG 2014 vom 24. bis 27. September in Halle dienen. Zusätzlich fand auf dem Kongress am 26. September ein Diskussionsforum zur Namensgebung des Preises statt, an dem sich auf dem Podium außer Prof. Dr. Wippermann auch Prof. Dr. Micha Brumlik, Prof. Dr. Werner Vogel, Prof. Dr. Hans Werner Wahl, Prof. Dr. Susanne Zank und der Präsident der DGGG, Prof. Dr. Andreas Simm mitwirkten. Moderiert von Prof. Dr. Astrid Hedtke-Becker, der nun amtierenden Präsidentin, beteiligten sich auch zahlreiche Mitglieder der DGGG an der Diskussion.

Auf der Mitgliederversammlung empfahl das Präsidium den Mitgliedern, den Namen des Preises nicht fortzuführen, denn es ist folgendes Fazit zu ziehen:

Unbestritten sind Bürgers wissenschaftliche Verdienste für die Gerontologie. Ambivalent war sein politisches Verhalten in beiden deutschen Staaten. Von beiden politischen Systemen konnte er als Arzt und Klinikchef profitieren. Diesen Profit hatte er selbst im Wissen von den Verbrechen seiner Kollegen im NS-Regime nicht gefährden wollen. Aufgrund dieses neuen Wissensstandes kam das Präsidium zu dem Schluss, dass Max Bürger künftig nicht als das Vorbild gelten kann, das der Namengeber eines Preises sein soll.

Die Mitglieder entschieden auf der Mitgliederversammlung am Abend des 26. September 2014 mit deutlicher Mehrheit, dieser Empfehlung des Präsidiums zu folgen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie


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