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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
11. Januar 2017

Experten beraten über Eliminierungsmöglichkeiten von Masern und Röteln

Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit: Unter 1.000 Patienten kommt es statistisch zu einem bis zwei Todesfällen. Trotzdem erreicht die Maserndurchimpfungsrate in den deutschsprachigen Ländern nicht die erforderlichen 95%. Vertreter der WHO und des ECDC „Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten“ treffen sich Anfang Januar in Innsbruck, um über Maßnahmen zur Eliminierung zu sprechen.
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt das Ziel, Masern und Röteln zu eliminieren. Dafür ist eine Durchimpfungsrate von 95% mit zwei Dosen einer Masern-Mumps-Röteln Impfung notwendig. In Europa gehören die deutschsprachigen Länder teilweise zu den Schlusslichtern in Bezug auf die Durchimpfungsrate: Diese liegt in Österreich für zwei Dosen bei 87%, in Deutschland bei 93%. In der Schweiz sind 89% der Bevölkerung geimpft. Die „Regionale Verifizierungskommission Masern/Röteln“ der WHO hat die Aufgabe, den Eliminationsprozess in der Europäischen Region zu begleiten und zu bewerten. Erstmals kommen Anfang 2017 in Innsbruck die Vertreter der nationalen Komitees aus den deutschsprachigen Ländern der Europaregion mit Experten des „Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ (ECDC) zusammen. Rund 50 Experten sind der Einladung der Innsbrucker Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie (Direktorin: Univ.-Prof.in Dr.in Cornelia Lass-Flörl) gefolgt. „Die neuesten Forschungserkenntnisse sollen in aktuelle Maßnahmen zur Eliminierung und zur Bestandsaufnahme einfließen“, erklärt Organisator Dr. Peter Kreidl von der Innsbrucker Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie. Das WHO Regionalbüro für Europa und die Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) finanzieren das Treffen.

Impfskepsis deutlich spürbar

Neben den aktuellen Zahlen und Erkenntnissen stehen auch die Herausforderungen bei der Bewältigung der Impfskepsis auf der Agenda. „Wir verspüren in den letzten Jahren wieder eine Zunahme der Masern“, erklärt Mark Muscat vom WHO-Regionalbüro für Europa. Impflücken müssten daher unbedingt geschlossen werden. Grund dafür sei eine weitverbreitete Impfskepsis und zunehmende Impfmüdigkeit. Österreich, Deutschland, Luxemburg und die Schweiz haben nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern auch ähnliche Praktiken in der Datensammlung und Berichterstattung. „Wir begrüßen daher den gemeinsamen Austausch, mit dem Ziel ausreichend evidenzbasierte Daten zu sammeln und Möglichkeiten zur engeren Zusammenarbeit innerhalb der Länder zu finden“, sagt Muscat.

Masern können gestoppt werden

„Nur eine Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95%, das heißt 19 von 20 Personen sind geimpft, kann die Ausbreitung von Masern stoppen", erklärt ao.Univ.-Prof. DDr. Reinhard Würzner. Der Impfexperte der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie empfiehlt, die nationalen Gratisimpfstoffe gegen Masern, Mumps & Röteln stärker zu propagieren, um steigenden Fallzahlen vorzubeugen.

Quelle: Medizinische Universität Innsbruck


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