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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
07. Dezember 2012

Marburger Bund warnt vor ruinösem Kostenwettbewerb der Kliniken

Statement des 1. Vorsitzenden des Marburger Bundes, Rudolf Henke, zur heutigen Vorstellung des Krankenhaus-Reports 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK:

„Patienten können in Deutschland auf eine anerkannt hochwertige Versorgung mit ärztlichen Leistungen in Klinik und Praxis vertrauen. Anders als in rationierten Gesundheitssystemen wie Großbritannien gibt es ein flächendeckendes und breitgefächertes  Angebot an Krankenhäusern unterschiedlicher Versorgungsstufen. Wenn sich die Krankenkassen für Selektivverträge mit Kliniken aussprechen, dann sollten sie auch sagen, dass dies in einen ruinösen Kostenwettbewerb führt und in der Konsequenz zu einer Ausdünnung des Zugangs zu stationären Leistungen und zu deutlich längeren Wartezeiten bei operativen Eingriffen.

Die seit Jahren zu beobachtende steigende Anzahl von stationären Behandlungen ergibt sich zu großen Teilen aus der Dynamik des medizinisch-technischen Fortschritts, der es möglich macht, auch hochbetagte Patienten zu operieren, für die solche Eingriffe früher eine zu große Gefahr gewesen wären. Auch der politisch gewollte Wettbewerb unter den Krankenhäusern ist ein Impuls für die Mengenentwicklung. Unter den Bedingungen einer chronischen Unterfinanzierung verhalten sich die Kliniken wie Unternehmen, denen nur eine stetige Umsatzsteigerung das Überleben am Markt sichert. Der ökonomische Druck wird von den Klinikgeschäftsführungen an die leitenden Ärztinnen und Ärzte weitergereicht. Wir betrachten deshalb mit Sorge, dass immer mehr Chefarztverträge variable Einkommensbestandteile vorsehen, die primär an das Erreichen ökonomischer Zielgrößen gekoppelt sind. Fallzahlen haben in Zielvereinbarungen nichts zu suchen. Bonuszahlungen müssen – wenn überhaupt - an der medizinischen Qualität und der Patientenzufriedenheit orientiert sein und nicht an Leistungsmengen und Umsatzvorgaben.

Wir fordern die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf, in ihren Empfehlungen an die Krankenhäuser unmissverständlich klarzustellen, dass es in Arbeitsverträgen keine finanziellen Anreize für einzelne Operationen oder andere stationäre Leistungen geben darf. Der Marburger Bund ist gerne bereit, zusammen mit der DKG und der Bundesärztekammer gemeinsame Empfehlungen für die Gestaltung von Chefarztverträgen zu erarbeiten.“

Quelle: Marburger Bund


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