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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

27. Mai 2014 Marburger Bund: "Qualitätssicherung ist kein Kostenwettbewerb"

Der Marburger Bund begrüßt die Ankündigung der Bundesregierung, die Qualität medizinischer Leistungen stärker in den Mittelpunkt der Patientenversorgung rücken zu wollen. Dies ist nach jahrzehntelanger Betonung von Ökonomisierung, Liegezeitverkürzung und Arbeitsverdichtung ein richtiges Signal.

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Zugleich warnt der größte deutsche Ärzteverband davor, Maßnahmen der Qualitätssicherung zu missbrauchen, um damit Unterfinanzierung im Gesundheitswesen zu kaschieren oder Strukturbereinigung zu betreiben. So zielten die jüngsten Forderungen von Krankenkassenverbänden vorrangig auf einen Abbau von Kapazitäten ab, ohne die Folgen eines solchen Kahlschlages für die Versorgung gerade älterer Menschen in ländlichen Regionen zu bedenken. "Die von den Krankenkassen propagierten finanziellen Anreize zur Qualitätssteuerung, das sogenannte Pay for Performance, sind weit davon entfernt, ausreichend untersucht zu sein. Ehe wir uns auf ein derart unsicheres Terrain begeben, sollten erst einmal offenkundige, seit Jahren bekannte Fehlentwicklungen wie die dramatisch niedrige Investitionsfinanzierung der Länder beseitigt werden", sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Vehement wendet sich der Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte gegen Qualitätsverträge, bei denen die Krankenkassen festlegen, was Qualität ist. "Qualitätsverträge als Selektivverträge sind Instrumente des Wettbewerbs. Qualitätswettbewerb darf aber nicht über Preise und Rabatte stattfinden. Diese Gefahr besteht bei Selektivverträgen, wenn Kostenträger bei medizinischen Leistungen deren Qualität und Kosten gegeneinander abwägen müssen. Selektivverträge sind daher auch kein geeignetes Instrument, um Erkenntnisse über die Behandlungsqualität zu gewinnen", heißt es in einem am Sonntag (25.05.2014) gefassten Beschluss der 125. Hauptversammlung des Marburger Bundes.

Die Tätigkeit von Ärztinnen und Ärzten sowie anderen medizinischen Berufsgruppen werde heute durch unsachliche Vergleiche und divergierende Darstellungen skandalisiert und stigmatisiert. Damit werde auch der Eindruck erweckt, die medizinische Versorgung in Deutschlands Kliniken sei nicht mehr sicher, kritisierte die Hauptversammlung. Der Marburger Bund begrüßt daher die Absicht, derartigen Aktivitäten zukünftig die Grundlage zu entziehen und dafür ein fachlich unabhängiges Institut zu schaffen, das verlässliche Orientierungshilfen über die Qualität der Leistungen und Einrichtungen für Patienten und Ärztinnen und Ärzte entwickelt.

Quelle: Marburger Bund


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