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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
03. September 2012

KVBB: „Abbruch der Honorarverhandlungen war der einzig richtige Schritt“

„Kein neues Honorarangebot, kein Bekenntnis zu ihrer Verantwortung bei der Versorgung der Versicherten, diffamierende Äußerungen gegenüber der Ärzteschaft – so positionieren sich die Krankenversicherungen auf der Bundesebene. Diese Komplettverweigerung nach Gutsherrenart hat nichts mit gemeinsamer Selbstverwaltung zu tun, sie ist ein Skandal“, sagte der Vorsitzende der KV Brandenburg (KVBB), Dr. med. Hans‐Joachim Helming. Deshalb sei es nur zwingend gewesen, dass die Ärzteseite die heutige Gesprächsrunde abgebrochen habe.

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Jetzt sei die Politik gefordert. Der Bundesgesundheitsminister müsse den Krankenversicherungen unmissverständlich klar machen, dass sie gesetzeswidrig handeln. Dr. Helming: „Unter enormen Anstrengungen versorgen die rund 3.800 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten die Bevölkerung. Wenn jedoch die Kassen diese Arbeit auf derartige Weise untergraben, geradezu torpedieren, dann sind wir nicht mehr in der Lage und auch nicht mehr willens, den Sicherstellungsauftrag für eine flächendeckende Versorgung aufrecht zu erhalten.“ Dann stelle sich die Systemfrage.

Es sei unerträglich, wie die Kassen, die mittlerweile über 22 Milliarden Versichertengelder bei sich bunkerten, mit einer Arroganz der Macht dieInteressen ihrer Versicherten, nämlich medizinisch gut versorgt zu werden, ignorierten, so der KV‐Chef.

Die Ärzteschaft will keine Verhandlungen nach dem Strickmuster eines orientalischen Basars, sondern verantwortungsbewusste Verhandlungen auf Augenhöhe. Sollten die Kassen ihre derzeitigen Positionen nicht verlassen, werde die Ärzteschaft mit massiven Aktionen antworten.

„Wir Ärzte wissen uns dabei eins mit unseren Patienten. „Die Menschen wollen eine ärztliche Versorgung auf hohem Niveau, die wir ihnen bieten. Doch diese qualitativ hohe Versorgung gibt es weder zu Dumpingpreisen noch durch unverantwortliche Bevormundungen.“

Die Position der Krankenversicherung ist ein gerade für ein Land wie Brandenburg fatales Signal: Ältere Ärzte sagen, das tue ich mir nicht mehr an und werden ihre Praxen schließen. Und jüngere werden in die Flucht geschlagen, so Dr. Helming.

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg


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