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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
21. Februar 2013

KV Brandenburg: „Honorarverhandlungen für 2013 gescheitert“

„Die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2013 sind gescheitert“, stellte Dr. Peter Noack, stellvertretender Vorsitzender der KV Brandenburg (KVBB), heute fest. Daher habe die KVBB nunmehr das Landesschiedsamt angerufen.

Die KVBB habe trotz intensiver, sehr verantwortungsvoller Verhandlungen zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Kassen offensichtlich nicht bereit seien, regionale, für Brandenburg typische und unstrittige Faktoren - wie erhöhte Krankheitslast und wesentlich höheres Durchschnittsalter der Bevölkerung - anzuerkennen, obwohl dies gesetzliche Regelungen ausdrücklich vorsehen. „Wir haben im Bundesvergleich nachweislich wesentlich mehr ältere, chronisch kranke und multimorbide Patienten zu versorgen. Und trotzdem stellen die Kassen pro Versichertem in Brandenburg das notwendige Geld dafür nicht zur Verfügung“, so Dr. Noack.

Die Folge sei, dass beispielsweise knapp 20% aller fachärztlichen Tätigkeiten nicht vergütet würden. Dringende Strukturprobleme in der ambulanten Versorgung könnten somit nicht gelöst und Innovationen in der ambulanten Medizin nicht umgesetzt werden. Mit dieser Haltung gefährden die Kassen die Versorgung ihrer eigenen Versicherten.

„Wir haben in den beiden vergangenen Jahren lediglich die vom Gesetzgeber festgelegte Erhöhung der Gesamtvergütung von 1,25% pro Jahr erhalten. Damit ist noch nicht einmal die Inflationsrate kompensiert worden.“ Dass auf den Konten des Gesundheitsfonds und der Krankenkassen mittlerweile über 30 Milliarden Euro Versichertengelder gebunkert würden und einzelne Kassen sogar Beitrags‐Gelder an ihre Versicherten rückerstatteten, zugleich aber die für diese Versicherten erbrachte ärztliche Arbeit unzureichend vergüteten, sei skandalös.

Dr. Noack: „Ich bin über die Position der Kassen enttäuscht und auch frustriert. Die rund 3.800 brandenburgischen Vertragsärzte und Psychotherapeuten versorgen ihre Patienten, aber ohne Sicherheit auf eine angemessene Vergütung.“

Er appellierte noch einmal an die Kassenseite, sich endlich ohne Wenn und Aber ihrer Verantwortung zu stellen.

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg


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