Mittwoch, 14. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
16. August 2019

Krankenkasse informiert über Darmkrebsfrüherkennung

Seit dem 1. Juli erhalten alle Versicherte ab 50 Jahre von ihrer Krankenversicherung Post: In dem Schreiben und einer beigelegten Broschüre werden sie über die Möglichkeiten der Darmkrebsfrüherkennung informiert. So können Männer und Frauen ab 50 einmalig an einem ärztlichen Beratungsgespräch teilnehmen, außerdem kann zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr jährlich ein Stuhltest durchgeführt werden, teilt die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) heute mit. Eine Besonderheit gibt es zu beachten: Da Männer statistisch gesehen früher und häufiger an Darmkrebs erkranken als Frauen, können sie bereits ab dem 50. Lebensjahr anstelle des Stuhltests eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen, Frauen hingegen erst ab dem Alter von 55. Die einmalige Wiederholung dieser Untersuchung ist nach 10 Jahren vorgesehen.
Über eine Teilnahme entscheidet der Patient

„Ähnlich wie beim Mammografie-Screening hat der Gesetzgeber entschieden, dass alle Versicherten ab 50 über die Darmkrebsfrüherkennung informiert werden. Dies stellt sicher, dass die Menschen ihre Möglichkeiten kennen und die Vor- und Nachteile abwägen können. Ob das Angebot angenommen wird oder nicht, entscheidet immer der Patient“, erklärt Sven Füssel, Leiter Regionales Vertragswesen bei der TK in Mainz.

„Dass die Zahl der Menschen, die an Darmkrebs erkranken, seit Jahren in Rheinland-Pfalz kontinuierlich sinkt, ist sicherlich auch ein Erfolg der Früherkennung. Denn bei einer Darmspiegelung werden Vorstufen des Darmkrebses, sogenannte Polypen, entdeckt und entfernt“, erklärt Sven Füssel. 2005 erkrankten in Rheinland-Pfalz noch 71 Männer je 100.000 Einwohner an Darmkrebs, 2016 nur noch knapp 50. Bei den Frauen sanken die Zahlen von rund 45 in 2005 auf 34 je 100.000 Einwohner in 2016. Im Jahr 2015 sind bei Männern in Rheinland-Pfalz 1.727 Neuerkrankungen registriert worden, bei Frauen 1.376. Laut vorläufige Zahlen sind für 2016 1.578 neu erkrankte Männer und 1.348 Frauen gemeldet worden, teilte die TK mit Bezug auf das Krebsregister Rheinland-Pfalz mit.

Jede zweite Erkrankung wird erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt

„Trotz der Früherkennungsmöglichkeiten werden etwa 55% der Darmkrebserkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium gemeldet. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass das Angebot immer noch nicht in ausreichendem Maß angenommen wird“, bedauert Füssel. Wichtig zu wissen sei, dass die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 90% läge, wenn der Krebs in einem frühen Stadium erkannt werde. Diese Rate sinke auf rund 11% im letzten Stadium.

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
Frauen%C3%A4rzte+der+GenoGyn+fordern+Ma%C3%9Fnahmen+gegen+riskanten+Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen...

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
Krebstherapie-Nebenwirkungen+wirksam+bek%C3%A4mpfen%2C+Patienten+unterst%C3%BCtzen+%E2%80%93+Bundesweit+g%C3%BCltige+Leitlinie+verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krankenkasse informiert über Darmkrebsfrüherkennung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.