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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. Januar 2021
Seite 1/2

Krankenhäuser im 2. Pandemiejahr – Eine Bilanz

Die Versorgung in den Krankenhäusern ist der zentrale Punkt in der Bewältigung der Pandemie. Dr. Georg Baum, der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und sein designierter Nachfolger, Dr. Gerald Gaß, haben in ihrer Pressekonferenz ein Resümee des ersten Pandemiejahres gezogen und stellen eine klare Forderung an die Politik: Die bürokratischen Hürden müssen deutlich gesenkt werden, um die Versorgung auch weiterhin gewährleisten zu können.
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Dr. Georg Baums Bilanz des ersten Jahres mit der SARS-CoV2-Pandemie fiel größtenteils positiv aus: „Wir mussten sicherstellen, dass die Last durch die Schwerkranken von den Krankenhäusern getragen werden kann. Bei einer Hospitalisierungsrate von rund 7% standen die Krankenhäuser vor einer sehr großen Aufgabe.“ In der 1. Welle mussten die Krankenhäuser bis zu 6.000 zusätzliche Patienten versorgen, in der 2. Welle lag der Höchstwert bei mehr als 10.000 zusätzlichen Patienten. Dennoch sieht Baum keine Überschreitung der Kapazitäten: „Wir hatten zu jeder Zeit in der Pandemie freie Betten. Lokal gab es teilweise Überlastungen, aber durch die hervorragende Zusammenarbeit untereinander, konnten wir jederzeit die notwendigen Kapazitäten zur Verfügung stellen.“ Angesichts der Zahlen – 150.000 COVID-19-Patienten in deutschen Krankenhäusern (seit 03/2020), 28.000 Intensivpatienten insgesamt und aktuell 4.600 intensivmedizinisch betreute Patienten – eine bemerkenswerte Leistung. Aktuell, so Baum, sei die Belegung der Intensivbetten um fast 20% gesunken, weshalb er von der Wirksamkeit des Lockdowns überzeugt ist.

COVID-19-Patienten in allen Kliniken

Baum machte aber auch darauf aufmerksam, dass die Versorgung der COVID-19-Patienten nicht nur durch Notfall- und Intensivkliniken gewährleistet wurde und noch immer wird: „Nur ein Drittel der im Intensivregister meldenden Standorte sind Schwerpunkt- und Maximalversorger. Zwei Drittel der im Intensivregister meldenden Standorte sind Grund- und Regelversorgungskliniken. Diese Krankenhäuser behandeln 40% der COVID-19-Intensivpatienten, darunter 37% der COVID-19-Beatmungspatienten. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass auch die psychiatrischen Kliniken Infektionsstationen mit COVID-19-Patienten betreiben müssen, die im DIVI-Register gar nicht erfasst werden.“

Massive Erlöseausfälle in der Regelversorgung

Dadurch kommt es zu erheblichen Leistungs- und Erlöseausfällen, was auf 5 Ursachen zurückzuführen ist:
1.    Freihaltung von Intensivkapazitäten durch Vorgaben in der Rechtsverordnung der Länder,
2.    Personalausfälle durch Erkrankungen oder Corona-Quarantäne,
3.    Konzentration des Personals auf die Versorgung von COVID-Patienten – sowohl auf Intensiv- als auch auf Normalstation,
4.    Kapazitätsbeschränkung aufgrund von Infektionsschutzmaßnahmen,
5.    Zurückhaltung der Patienten bei planbaren Leistungen.
 
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