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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
16. Mai 2017

Kommunikative Fähigkeiten von Medizinstudierenden digital prüfen

Die Bedeutung der sprechenden Medizin beziehungsweise der sprachlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist mitunter entscheidend für die Behandlung und Genesung eines Menschen. Das Arzt-Patienten-Gespräch spielt daher auch in der medizinischen Ausbildung eine wichtige Rolle. Um diese Kompetenzen während des Studiums zu erlernen und zu bewerten, werden speziell trainierte Simulationspatienten eingesetzt und quasi-reale Situationen nachgestellt. Dies ist mit hohen Kosten und großem Personalaufwand verbunden, weshalb Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) nun eine digitale Alternative entwickeln und erforschen.
Das Projekt „digiRole – Digitales Prüfungstool zur Messung kommunikativer Fertigkeiten im Medizinstudium“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Fördermaßnahme „Digitale Hochschullehre“ während drei Jahren bis Ende 2019 mit rund 400.000 Euro gefördert. Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie gut kommunikative Fähigkeiten von Medizinstudierenden über das digitale Prüfungsformat beurteilbar sind.

Neben der Vermittlung somatisch-medizinischer Kompetenzen spielen soziale Kompetenzen, darunter vor allem kommunikative Fertigkeiten, in der Ausbildung von angehenden Medizinerinnen und Medizinern eine zentrale Rolle. „Das hat einen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patienten und kann den Prozess der Vertrauensbildung positiv beeinflussen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Schmidt vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) der JGU. Prüfungen in Form von „Objective Structured Clinical Examinations“ (OSCEs) bieten eine Chance, um die kommunikativen Fertigkeiten von Studierenden im Medizinstudium zu testen, indem die Interaktion der Studierenden mit Simulationspatienten und somit eine praxisnahe Prüfungssituation bewertet wird. Bisherige Forschungsergebnisse stellen allerdings die Verlässlichkeit der Messung kommunikativer Fertigkeiten und somit auch die Qualität der Prüfungsentscheidung mittels OSCEs dann in Frage, wenn nicht genügend Aufgaben gestellt werden können.

„Wenn man zudem die hohen finanziellen und personellen Ressourcen für ein OSCE betrachtet, stellt sich die Frage nach alternativen Prüfungsformen, die sich als ökonomisch in der Durchführung und ebenso zuverlässig und gültig in der Messung erweisen“, erklärt Schmidt, der das neue interdisziplinäre Forschungsprojekt leitet. Dessen Ziel ist es, die Güte der Messung kommunikativer Fertigkeiten durch die Anwendung einer digitalen Variante eines OSCEs zu untersuchen. Mit dem Einsatz digitaler Prüfungsformate wird nicht nur ein effizienter und Ressourcen schonender Effekt verbunden, sondern in gleicher Weise ein qualitativer Mehrwert für die Prüfung selbst erwartet, der sich auch in einer einfacheren und vielfältigeren Anwendbarkeit der videobasierten Prüfungen widerspiegelt. Die Prüfung wird gemeinsam mit der Abteilung Methodenlehre des Psychologischen Instituts (Dr. Malte Persike) und der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schwerpunkt Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (Dr. Sabine Fischbeck) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.wihoforschung.de/de/forschung-zur-digitalen-hochschulbildung-619.php

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz


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