Donnerstag, 24. Juni 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Kisqali
Kisqali
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
21. Juni 2017

Sorgen unzufriedener Klinikpatienten werden oft nicht gehört

Hektik und Personalmangel sorgen oft für Frust bei Patienten in den Krankenhäusern. Deswegen sollen sie sich vor Ort beschweren können – doch dabei gibt es Defizite. Bei Problemen in Krankenhäusern finden Patienten nicht überall ein offenes Ohr für ihre Beschwerden. Zwar ermöglichen es mehr als 90% der Kliniken den Patienten, sich zu beschweren, und bearbeiten die Kritik auch systematisch. Doch mangelt es in vielen Krankenhäusern an ausreichend Personal dafür. Das ergab eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Studie des AQUA-Instituts für Qualität im Gesundheitswesen im Auftrag des Bundespatientenbeauftragen Karl-Josef Laumann (CDU).
An diesem Mittwoch kommen die Gesundheitsminister der Länder zu einer zweitägigen Konferenz in Bremen zusammen. Laumann verlangte von ihnen Verbesserungen. Die Vorsitzende der Konferenz, die Bremer Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD), forderte zudem, den Pflegeberuf attraktiver zu machen.

Laut der Laumann-Studie befasst sich in 53% der Kliniken rechnerisch nur maximal eine Viertelkraft mit dem patientenorientierten Beschwerdemanagement. Laut offiziellen Vorgaben sollen Patienten durch diese Möglichkeit Unzufriedenheit mit Klinikabläufen oder -personal schnell und unbürokratisch artikulieren können und auch eine Rückmeldung erhalten.

In einem der dpa vorliegenden Brief an die Gesundheitsminister forderte Laumann, "vorhandene Defizite" zu beseitigen. "Allen stationären Einrichtungen muss klar sein, dass sie in erster Linie mit den Kriterien Qualität und Zufriedenheit gemessen werden."

Laumann sagte der dpa, die Studie zeige, "dass beim Beschwerdemanagement noch längst nicht alles optimal läuft". Nötig seien eine ausreichende Personalausstattung, eine ausreichende Schulung der zuständigen Mitarbeiter und verbindliche Festlegungen zum Umgang mit den Beschwerden im Klinikalltag.

Im Vordergrund des Ministertreffens steht zudem die Versorgung älterer Menschen. Der Fachkräftemangel stelle Deutschland vor große Herausforderungen, sagte Quante-Brandt der dpa. Mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft sei die Nachfrage nach Pflege und Therapie groß.

"Um auch künftig gut qualifizierte Fachkräfte zu bekommen, müssen wir den Pflegeberuf attraktiver machen", sagte die Bremer Senatorin. Nötig sei eine gemeinsame Ausbildung für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. "Wir brauchen in den nächsten Jahren tausende Pflegekräfte. Es ist wichtig, dass sich mehr junge Menschen für den Beruf entscheiden." Zum Auftakt der zweitägigen Konferenz wird Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erwartet.

Im Vorfeld der Veranstaltung betonte Quante-Brandt auch die Bedeutung des Impfens. Geimpfte Menschen schützten nicht nur sich selbst, sondern leisteten auch einen Beitrag für die Gesundheit der Gemeinschaft. "Daher ist eine hohe Impfquote unser Anliegen." Aufklärung und Beratung seien wichtig, um Impflücken zu schließen. "Wir wissen, dass viele der Eltern, deren Kinder nicht ausreichend geimpft sind, keine Impfgegner sind, sondern die Impfung einfach vergessen oder nicht aufgeklärt sind."

Quelle: dpa


Anzeige:
Bevacizumab
Das könnte Sie auch interessieren
Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden,...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit...

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
Brustkrebs%3A+Was+Frauen+%C3%BCber+die+Fr%C3%BCherkennung+wissen+sollten+%E2%80%93+und+welche+Risikofaktoren+existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Sorgen unzufriedener Klinikpatienten werden oft nicht gehört"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose