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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. Juni 2016

Jährlich etwa 100 gemeldete Schäden bei Geburtshilfe

Dem Deutschen Hebammenverband werden pro Jahr etwa 100 Schäden bei der Geburtshilfe bei Neugeborenen oder Müttern gemeldet. Die Zahl ist seit Jahren in etwa konstant. Lediglich bei etwa der Hälfte der von den Hebammen gemeldeten Fälle kommt es tatsächlich zu Schadenersatzforderungen. Darunter ist jedoch nur ein geringer Teil mit großen Schäden und Schadenssummen im Millionenbereich.

Es gibt laut Verband jedoch keine genauen Zahlen. Er verweist auf eine Erhebung der Versicherungswirtschaft von 2015, nach der es heute nicht mehr Geburtsschadensfälle als früher gibt. Jedoch seien die Ausgaben für schwere Schäden drastisch gestiegen.

Der Hebammenverband bietet als einziger Berufsverband noch eine Gruppenhaftpflichtversicherung für alle Hebammenleistungen an. Die Versicherungsprämie steigt zum 1. Juli von 6.274 Euro auf 6.843 Euro im Jahr und 2017 auf 7.639 Euro. Behandlungsfehler können noch Jahre später geltend gemacht werden. Die Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre.

Hebammen fordern dauerhafte Lösung gegen steigende Haftpflicht

Hebammen sehen sich von steigenden Haftpflichtprämien zunehmend in ihrer Existenz bedroht - sie fordern dauerhaft Abhilfe von der Politik. Der nach langem Streit erzielte höhere Ausgleich für freiberufliche Hebammen mit Geburtshilfe ist für den Deutschen Hebammenverband nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Die Prämien werden weiter steigen", sagte Präsidentin Martina Klenk der Deutschen Presse-Agentur.

Notwendig ist aus Sicht des Verbandes eine "grundsätzliche Lösung", die alle in der Geburtshilfe Tätigen einschließt. "Wir brauchen eine Lösung über die gesetzliche Unfallversicherung, in die alle einzahlen und aus der Geschädigte Geld bekommen, oder einen steuerfinanzierten Haftungsfonds, aus dem Geschädigte im Notfall Geld bekommen", sagte Klenk.

Quelle: dpa


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